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Gesunde Nieren: Wichtig sind Vorsorge und Frühbehandlung

Gesundheitstipp von Prof. Dr. Werner Riegel, Direktor der Medizinischen Klinik lll

Wenn uns etwas stark belastet, geht uns das im Volksmund „an die Nieren“. Tatsächlich erfüllen die Nieren lebenswichtige Aufgaben und sind unter anderem dafür zuständig, Schadstoffe aus dem Blut zu filtern. Erkranken die Nieren, kann das gefährliche Konsequenzen haben.

Nieren haben überaus wichtige Funktionen, ohne sie wäre ein Mensch nicht überlebensfähig. Ihre Hauptaufgaben sind die Blutreinigung und die Wasserausscheidung. Leidet ein Patient an einer Nierenschwäche, können sich giftige Stoffwechselprodukte im Blut ansammeln, weil sie nicht mehr über den Urin ausgeschieden werden können.

Es entsteht eine Risikosituation, die vermehrt zu Herzinfarkt, Schlaganfällen und letztlich auch zur Notwendigkeit einer Dialyse führen kann. Außerdem kann es zu Wassereinlagerungen kommen, sogenannten Ödemen.

Es gibt verschiedene Ursachen, die zum Versagen der Nieren führen können. Grundsätzlich unterscheidet man chronisches Nierenversagen – eine langsame Abnahme der Organfunktion – und akutes Nierenversagen, eine plötzlich auftretende unzureichende oder völlig ausgefallene Nierenfunktion. Chronisches Nierenversagen kann eine Alterserscheinung sein, ist aber häufig die Folge anderer Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Nierenfilterentzündung oder Tumorerkankungen.

Auch eine regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann die Nieren schädigen. Akutes Nierenversagen kann durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden, beispielsweise durch Blutverlust und Schockzustände nach Unfällen, durch schwere Infektionen mit Blutvergiftung, aber auch durch bestimmte Medikamente oder Flüssigkeitsmangel. Das Risiko steigt mit dem Alter.

Problematisch ist, dass Nierenerkrankungen häufig lange Zeit keine Beschwerden verursachen. Flüssigkeitsansammlungen, Schmerzen beim Wasserlassen oder in der Nierengegend, zu große oder zu geringe Urinmengen können Hinweise auf eine Nierenerkrankung sein.

Ganz entscheidend ist die Vorsorge und Frühbehandlung, um so der Entwicklung eines chronischen Nierenleidens vorzubeugen. Da die Symptome oftmals unspezifisch sind, ist ein regelmäßiger Nieren-Check enorm wichtig. Das gilt insbesondere für Risikogruppen wie Diabetiker oder Menschen mit hohem Blutdruck.

Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen im  Abstand von zwei Jahren die Kosten dafür und ich empfehle, diese Möglichkeit wahrzunehmen. Beim Nieren-Check führt der Hausarzt einen Urin-Test durch und untersucht die Nieren per Ultraschall, um eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Mein Ratschlag: Eine Medikamenteneinnahme sollte beispielsweise immer nur in enger Abstimmung mit dem Arzt erfolgen. Auch eine ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtig für die Nierengesundheit. Hoher Blutdruck sollte frühzeitig reguliert werden, so kann das Risiko einer Nierenerkrankung gesenkt werden.