Notfall
Terminanfrage
Schwangerschaft & Geburt
Lageplan
Ansprechpersonen
Lob & Kritik

Wann zur Lungenspiegelung und wie läuft sie ab?

Gesundheitstipp von Luka Stavljanin, Oberarzt und Facharzt für Pneumologie in der Medizinischen Klinik II d

Beschwerden wie Luftnot, Husten oder Brustkorbschmerzen können den Besuch eines Lungenfacharztes notwendig machen. Die Ursachen dieser Beschwerden sind vielfältig: Infektionen, Tumore, Allergien, Schäden durch Nikotinkonsum, Veränderungen in Lungengefäßen und vieles mehr. Um herauszufinden, was der Grund für die Beschwerden sind, bietet sich – nach Anamnese, klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und Lungenfunktionsprüfung - eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) an.

Die Bronchoskopie wird sowohl zur Diagnostik als auch zur Behandlung verwendet. Zur Diagnostik wird eine Bronchoskopie durchgeführt, beispielsweise um Bronchialsekret bei entzündlichen Lungenerkrankungen (Bakterien, einschließlich Mykobakterien, Viren, Pilze) oder um Proben von Tumoren oder anderen unklaren Veränderungen des Lungengewebes und der Bronchien zu entnehmen.

Zur Behandlung dient die Bronchoskopie, um Fremdkörper zu entfernen, eine Lungenblutung zu stillen oder Atemwegsstenosen zu behandeln.

Eine Lungenspiegelung dauert zwischen fünf Minuten bis etwa zwei Stunden. Für die komplizierten und langen Untersuchungen ist immer eine Vollnarkose notwendig.

Es wird unterschieden zwischen einer flexiblen und einer starren Bronchoskopie.

Die Durchführung einer flexiblen Bronchoskopie erfolgt mithilfe eines flexiblen, biegsamen Bronchoskops. Dabei ist grundsätzlich keine Vollnarkose erforderlich. Sie kann in Sedierung (Gabe eines Betäubungsmittels über die Vene) und einer lokalen Betäubung erfolgen.

Die Ärztin oder der Arzt führt das flexible Bronchoskop über den Mund oder die Nase in die Luftröhre ein und schiebt es weiter in die zentralen Atemwege beider Lungen vor. Mithilfe einer Optik lassen sich die zentralen Atemwege beurteilen. Durch einen Instrumentenkanal können kleine Werkzeuge wie Zangen, Nadeln, Bürsten etc. vorgeschoben werden. Damit sind Gewebeentnahmen (Biopsie) möglich, ohne den Brustkorb zu öffnen. Liegen die Lungenveränderungen beispielsweise Tumore tief im Lungengewebe, kann auch eine Röntgen-Durchleuchtung eingesetzt werden. So können Gewebeproben aus diesen Tumoren gewonnen werden. Die gewonnenen Gewebeproben werden anschließend in das mikrobiologische und pathologische Labor zur Begutachtung weiterleitet.

Bei der starren Bronchoskopie verwendet die Ärztin oder der Arzt zur Untersuchung der Lunge ein starres Metallrohr. Eine starre Bronchoskopie erfordert immer eine Vollnarkose.

Die Bronchoskopie ist ein risikoarmes Routineverfahren. Bei komplizierten und aufwendigen Untersuchungen können Nebenwirkungen und Komplikationen, wie ein kurzer Stimmbandkrampf oder Blutungen und Verletzungen kommen

Die einfachen Bronchoskopien können von erfahrenen Lungenfachärzt*innen ambulant vorgenommen werden. Vorzugsweise finden die meisten Untersuchungen in Krankenhäusern statt, vorwiegend in den pulmologischen Abteilungen.