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Am 13. Oktober ist Welt-Thrombose-Tag

Prof. Dr. Rupert Bauersachs, wissenschaftlicher Leiter des bundesweiten Aktionsbündnisses Thrombose, macht auf den Zusammenhang von Tumor und Thrombosen aufmerksam

Eine Thrombose kann jeden treffen. Bleibende Schäden an den Venen oder eine tödliche Lungenembolie können die Folge sein. Auf die damit verbundenen Risiken will der Welt-Thrombose-Tag jedes Jahr am 13. Oktober hinweisen und über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten informieren. 

Dass eine Thrombose auch auf Tumorerkrankung hinweisen kann, darauf macht Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am Klinikum Darmstadt aufmerksam. Als wissenschaftlicher Leiter des bundesweiten Aktionsbündnisses Thrombose weiß er, dass die Beziehung von Tumorerkrankungen und Thrombosen wechselseitig ist: 20 % der Tumorpatienten erleiden eine Thrombose, bei 20 %  aller Thrombosefälle wird hierüber eine Tumorerkrankung entdeckt. Die aus einer Thrombose resultierende Lungenembolie ist eine der führenden Todesursachen bei Krebspatienten. Daher fordert das Aktionsbündnis Thrombose eine besondere Sensibilität bei diesen Patienten.

Ein Tumorleiden steigert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Das heißt, das Blut gerinnt schneller. Je aggressiver das Tumorwachstum, desto höher das Thromboserisiko. Aus diesem Grund gelten die tiefe Beinvenenthrombose und die oberflächliche Venenthrombose oft auch als erster Hinweis auf einen Tumor. Prof. Rupert Bauersachs appelliert daher: „Personen über 50 Jahren, die ein thromboembolisches Ereignis ohne Auslöser erleiden, bedürfen einer intensiveren Anamnese und sollten unbedingt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Hier sind besonders die Hausärzte, Angiologen und Phlebologen gefragt, also diejenigen, die in der Regel als Erste die Patienten zu Gesicht bekommen.“

„Die Thrombosetherapie eines onkologischen Patienten ist eine individuelle Entscheidung des behandelnden Arztes nach Rücksprache mit dem Patienten. Eine gewichtige Rolle spielen dabei die Art des Tumors sowie der Behandlung, das Blutungsrisiko und die Unterscheidung zwischen stabilem und instabilem Zustand“, so Prof. Rupert  Bauersachs weiter.

Das Aktionsbündnis Thrombose macht sich stark für ein einheitliches und interdisziplinäres Therapieschema für Krebspatienten, die an Thrombose oder Lungenembolie leiden. Dass es in den meisten Kliniken kein einheitliches Therapieregime gibt, schlägt sich in den Unterschieden in den Entlassbriefen nieder. Die Folgen unzureichender Prophylaxe oder Therapie können verheerend sein.

Fakten zur Thrombose und Lungenembolie

Über 40.000 Menschen sterben in Deutschland an den Folgen einer Lungenembolie, das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs und HIV zusammen. Häufigste Ursache dafür ist eine Thrombose. Diese kann Menschen jeden Alters treffen. Jährlich werden knapp über 370.000 Neuerkrankungen an Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis registriert. Rund 50.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer Lungenembolie.

Weitere Infos unter: www.risiko-thrombose.de