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Klinikverbund Hessen e. V. analysiert Tarifabschluss im öffentlichen Dienst für die Krankenhäuser

Erhebliche Belastung für die Kliniken – Koalition muss Zusagen der Refinanzierung einlösen

Pressemeldung des Klinikverbundes Hessen:

„Wir sind froh, dass es zu einer Einigung gekommen ist. Damit sind weitere Streiks zu Lasten unserer Patientinnen und Patienten abgewendet“, meinte Clemens Maurer, stellvertretender Vorsitzender des Klinikverbundes Hessen und Geschäftsführer des Klinikums Darmstadt, das von den Warnstreiks im Rahmen der Tarifverhandlungen betroffen war. Gleichzeitig stellt das Ergebnis der Verhandlungen die kommunalen Krankenhäuser in Hessen vor große Herausforderungen.

„Positiv ist die lange Laufzeit, die uns Planungssicherheit bringt“, stellt Karsten Honsel, Mitglied des Vorstandes des Klinikverbundes und Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding fest. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringt der Abschluss einen willkommenen Einkommenszuwachs, der auch ein Beitrag für attraktive Arbeitsplätze in den Krankenhäusern ist. Die Tariferhöhung ist allerdings nicht finanziert, die Krankenhäuser werden mit den Kosten alleine gelassen,“ so Honsel weiter. „Durch die zahlreichen Detailregelungen im Tarifabschluss erwarten wir einen Anstieg der Personalkosten, der deutlich über der Nominalerhöhung von 3,19 Prozent liegt. Die durchschnittliche Vergütung der Krankenhäuser (der so genannte Landesbasisfallwert) steigt in 2018 aber voraussichtlich nur um ca. 2,5 Prozent. Der daraus resultierende Fehlbetrag liegt für große Krankenhäuser im Millionenbereich.“

„Die Aussicht, dass die Personalkostensteigerungen im Jahr 2019 über neue gesetzliche Regelungen ausgeglichen werden, lässt hoffen,“ erklärt Clemens Maurer. „Diese Zusagen aus dem Koalitionsvertrag sind allerdings nicht verbindlich. Wir brauchen Verlässlichkeit!“ 

Ein entsprechender Gesetzentwurf, der auch die zusätzlichen Personalkosten der kommunalen Häuser in 2018 berücksichtigt, muss nach Ansicht des Klinikverbundes noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden.

„Die Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft brauchen nun schnellstmöglich Klarheit über die Refinanzierung der Kostensteigerungen. Ansonsten drohen bereits für das Jahr 2018 erneute Sparrunden in den kommunalen Krankenhäusern,“ so Maurer.