Geschichte des Klinikums Darmstadt

Beginn im Zeichen der Fürsorge

Lieber arm und gesund als reich und krank – dieses viel zitierte Sprichwort gilt heute genauso wie zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Aber Krankheit und Armut hatten damals noch eine viel existenziellere Dimension. Die wissenschaftliche Medizin steckte in den Kinderschuhen, Möglichkeiten zur gezielten Diagnostik und Therapie und damit zu einer wirkungsvollen Beeinflussung des Krankheitsverlaufs gab es kaum. Kranke wurden gepflegt – auf eigene Kosten und innerhalb der Familie. Die Menschen, denen es an beidem fehlte, waren auf die wenigen Hospitäler angewiesen, die damals vor dem Hintergrund wachsender städtischer Fürsorge in der Funktion als Pflege- und Obdachlosenheime gegründet wurden.

Über 200 Jahre lang diente auch das 1612 errichtete Darmstädter Hospital somit als Zuflucht für Menschen ohne Habe oder Bleibe.


Neue Zeiten

Im 19. Jahrhundert kam es innerhalb weniger Jahrzehnte zu tief greifenden Veränderungen, die alle Lebensbereiche der Menschen umfassten. Die Entwicklung des modernen Staates mit Ansätzen moderner Sozialpolitik sowie die industrielle und wissenschaftliche Revolution waren zwei wichtige Triebkräfte, die auch das Gesundheitswesen rasch und radikal veränderten. Krankheiten waren auf einmal heilbar geworden – und staatliche Institutionen fühlten sich zunehmend auch finanziell für die Gesundheit ihrer Bürger verantwortlich. Diese Konstellation setzte einen Prozess in Gang, der auch vor Darmstadt nicht Halt machte.


Mehr Raum für Heilung

Gut 20 Jahre nach dem Umzug des Hospitals auf das heutige Klinikgelände wurde 1829 ein separates Gebäude errichtet, das ausschließlich der Behandlung heilbarer Kranker diente. Damit entstand auch räumlich eine medizinische Versorgungsstätte, die als Grundstein dessen bezeichnet werden kann, was wir heutzutage unter einem modernen Krankenhaus verstehen. Ein neues Zeitalter der stationären medizinischen Versorgung war nun endgültig eingeleitet. 1889 wurde aufgrund der steigenden innerbetrieblichen Kosten die Versorgung der Pfründner und Armen vollständig ausgegliedert. Sie zogen in das heutige städtische Alten- und Pflegeheim um. Zwischen 1829 und 1875 war das Hospital aufgrund des Bevölkerungswachstums bereits mehrfach ausgebaut worden. Der Umbau im Jahr 1891 brachte nun einen Operationssaal, elektrisches Licht sowie eine Zentralheizung mit sich. Es folgte die Umbenennung in „Städtisches Krankenhaus“ sowie weitere Um- und Neubauarbeiten.

Das Ergebnis war ein im wahrsten Sinne des Wortes zählbarer Erfolg. 1912 verfügte das Städtische Krankenhaus bereits über 500 Betten und beschäftigte neben dem ärztlichen Direktor und seinen beiden Sekundarärzten für die chirurgische und internistische Station 5 Assistenzärzte. 50 Schwestern des Diakonieverbandes, 8 Verwaltungsangestellte und 12 Wärter komplettierten die Belegschaft zusammen mit 16 Hausangestellten und 29 Mitarbeitern aus den Bereichen Wäscherei, Nähstube, Küche sowie dem technischen Betrieb und der Gärtnerei.


Das Klinikum Darmstadt - gestern und heute

Heute bietet das Klinikum Darmstadt mit seinen 2.200 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie modernster Technik in 21 Fachkliniken und Instituten eine Versorgung auf universitärem Niveau.

Wir können nicht aus arm reich machen – aber wir tun alles, um aus krank gesund zu machen.

Schauen Sie sich auf den folgenden Seiten historische Bilder des Klinikums an: