Glück muss man haben!

Plötzlicher Herzstillstand: Rockmusiker bricht auf Bühne zusammen und wird wiederbelebt

Rockmusiker unter sich: Matthias "Maze" Hägele mit "Bobby" Bob Leonhard.

Matthias „Maze“ Hägele sagt, ab jetzt sei er nur noch zur Freude der Menschen da. Er ist super froh und dankbar, dass er noch lebt. Denn am 23. Februar 2018 war sein Leben plötzlich vorbei  – „3, 2, 1…. Ich habe richtig gemerkt, dass mein Kreisslauf zusammensackt. Danach völlige Stille, ich war einfach weg.“ In dem Moment stand er mitten auf einer Bühne in Dreieich, spielte „Smoke on the water“ und brach zusammen. Erst auf seine Knie und dann vorne über. Da lag er bewusstlos auf dem Boden. Und alle schauten zu. 

Was manche zuerst noch für einen Spaß hielten, war ernst. Dass Maze Hägele noch da ist, putzmunter und gut gelaunt, das verdankt er gleich mehreren glücklichen Zufällen: sein Kumpel Bob Leonhard, mit dem er gemeinsam das Duo „Mr. Perfection and The King of Mumuland“ bildet, bat ihn, beim Konzert der Gruppe Mallet für ihn einzuspringen. Er fühle sich nicht wohl. Und so kam es, dass Maze Hägele an diesem Abend auf der Bühne stand und nicht alleine zu Hause war. 

Im Publikum befand sich ein Schwerstkranker, der vor seinem Lebensende noch einmal Mallet hören wollte. Begleitet wurde er von einem Arzt. Der Anästhesist und Rettungsmediziner erkannte, dass Maze Hägele keinen Spaß auf der Bühne macht und eilte ihm zu Hilfe. Mit einem Defibrillator belebte er ihn wieder – bis zu dem Zeitpunkt, als der Rettungsdienst vor Ort war. Ohne diese lebensrettende Wiederbelebung wäre Maze Hägele nach zehn bis 15 Minuten verstorben. Glücklicher Zufall Nummer zwei.

Mit dem Rettungsdienst wurde Matthias Hägele dann ins Klinikum Darmstadt gebracht, wo er erst einen Tag später wieder erwachte. Am Leben. 

Prof. Dr. Gerald Werner und sein Team von der Medizinischen Klinik I – Kardiologie und internistische Intensivmedizin stellten im Herzkatheterlabor fest, dass die zuvor in einer anderen Klinik gesetzten Stents und Bypässe zum Teil nicht mehr funktionstüchtig waren. Vielleicht war dies die Ursache für den plötzlichen akuten Infarkt, sagt Prof. Dr. Werner. Diese Fehlfunktionen wurden zunächst wieder behoben. 

Als der Patient nicht mehr intensivpflichtig versorgt werden musste, wurde ihm zusätzlich ein Defibrillator eingesetzt, der dauerhaft dafür sorgen soll, dass das Herz nicht mehr stehen bleibt. Das kleine Gerät, das unter dem Schlüsselbein in örtlicher Betäubung eingesetzt wurde, überwacht und analysiert jeden Herzschlag. Kommt es zu Herzkammerflimmern, dann mischt sich der Defibrillator mit einem kleinen Stromstoß ein und bringt das Herz in den richtigen Rhythmus zurück. 

Diese Dauertherapie für chronisch Herzkranke ist im Klinikum Darmstadt Standard. Laut Prof. Dr. Werner setzt sein Team jährlich rund 70 Mal Defibrillatoren bei Patienten ein. Hinzukommen rund 120 Schrittmacher, die Patienten eingesetzt werden, deren Herz zu langsam schlägt. 

„Ich hätte tot sein können. Und war es ja auch kurz. Ich bin allen meinen Lebensrettern unendlich dankbar!“, so Maze Hägele. Als Dank – so verspricht er dem Darmstädter Team – „gebe ich euch, meinen Lebensrettern ein Konzert!“ Wenn das Wetter mitspielt, werden er und Bobby am Tag der Stadtwirtschaft, am 16. Juni am Stand des Klinikums Darmstadt zur Freude aller spielen.

Mehr Infos zum Leistungsspektrum der Medizinischen Klinik I unter der Leitung von Prof. Dr. Gerald Werner finden Sie hier.

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