Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin - Diagnostik

Das Institut bietet stationären und ambulanten Patienten eine umfassende bildgebende radiologische und nuklearmedizinische Diagnostik sowie alle gängigen Methoden zur interventionell-radiologischen Behandlung.

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Im Institut werden alle Arten von Röntgenaufnahmen der Thoraxorgane, des Skelettes, des Verdauungssystems sowie der harnableitenden Wege mittels digitaler Aufnahmetechniken (Detektorradiographie, Speicherfolienradiographie, digitale Durchleuchtung) angefertigt. Diese bieten den Vorteil, dass bei bestimmten Fragestellungen und in bestimmten Altersgruppen gezielt Niedrigdosis-Aufnahmeprogramme zum Einsatz kommen. Hierzu zählen u.a. Aufnahmen mit reduzierter Stromstärke und gepulste Durchleuchtungen. Die digitalen Technologien erlauben im Unterschied zur konventionellen Röntgendiagnostik weiterhin eine computergestützte Bildnachverarbeitung z.B. mittels Filterung und Fensterung, die eine hohe diagnostische Qualität trotz reduzierter Expositionsdosis sicherstellt. Wiederholungsaufnahmen sind daher nur noch sehr selten notwendig.

Bedien- und Untersuchungsraum der digitalen Thorax (Lungen)-Röntgeneinrichtung. Diese arbeitet mit der qualitativ hochwertigen und strahlenhygienisch günstigen Detektortechnologie

Im April 2011 wurde im Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin das deutschlandweit erste CT 160-Schicht-Volumen-CT in Betrieb genommen. Zudem arbeitet das Institut seit Mai 2011 mit einem zweiten CT, das einen 16-Schicht-Spiral-Scanner hat.

Die CT-Geräte erlauben eine präzise Schnittbilddiagnostik aller Körperregionen. Spezifiziert für jede Körperregion und Fragestellung werden vorprogrammierte Untersuchungsparameter genutzt, die eine hohe Bildqualität mit geringstmöglicher Strahlendosis erzielen.

Das CT-Gerät mit Multidetektor-Technologie ist besonders zur detailgenauen Diagnostik der Organe Leber, Nieren, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und Lunge sowie von Gefäßen und Skelettveränderungen geeignet.

Die neue Möglichkeit der Volumentomographie ermöglicht nun die Darstellung der Organperfusion, besonders Relevant für die schnelle Darstellung der Hirndurchblutung bei den Schlaganfallpatienten. Zusätzlich kann durch die ultraschnelle Bildgebung auch das schlagende Herz abgebildet werden, so besteht eine zusätzliche Möglichkeit zur Darstellung der Herzkranzgefäße, wenn eine Katheterangiographie nicht möglich oder unerwünscht ist. Durch eine enge interdisziplinäre Kooperation zwischen Radiologie und Kardiologie am Klinikum wird sichergestellt, dass sich die erhobenen Befunde nutzbringend für die Patienten in Diagnostik und Therapie einfügen; aus diesem Grunde veranstalten wir regelmäßige gemeinsame Demonstrationen von Schnittbildgebung des Herzens.

Weiterhin werden diagnostische Probeentnahmen aus Organen und Geweben (Biopsien) in örtlicher Betäubung, Behandlungen von Schmerzzuständen an der Wirbelsäule sowie lokale Behandlungen z.B. von Lebertumoren und Lebermetastasen mittels Thermoablation (siehe unten) unter genauer Steuerung der CT durchgeführt. Eine begleitende narkoseärztliche Betreuung stellt hierbei sicher, dass diese Behandlungen möglichst schmerzfrei sind. Biopsien und einige Arten von Tumorbehandlungen können auch ambulant durchgeführt werden, bei anderen raten wir zu einer kurzen stationären Nachbetreuung. Für Patienten mit ambulanten Eingriffen steht ein speziell ausgerüsteter Ruhe- und Überwachungsraum zur Verfügung, in dem eine individuelle Nachbetreuung erfolgt.

Untersuchungsraum der Computertomographie mit Multidetektor-Technologie

Überwachungsraum für Patienten vor und nach Untersuchungen und Behandlungen in der Computertomographie

Für die MRT oder Kernspintomographie stehen zwei modern ausgerüstete Hochfeld-MRT-Gerät mit weiter Öffnungsfläche zur Verfügung. An beiden Geräten können neuroradiologische Untersuchungen von Gehirn und Rückenmark einschließlich MR-Angiographie und MR-Spektroskopie erfolgen, es sind aber auch alle anderen Standarduntersuchungen der Organe des Thorax, Bauchraumes und des Beckens speziell bei Tumorerkrankungen und Untersuchungen des Skelettsystems einschließlich der Wirbelsäule und der Gelenke möglich.

Eines der Geräte ist weiterhin mit speziellen Techniken zur Darstellung des Herzens (Cardio-MRT) und der Gefäße aller Körperregionen (MR-Angiographie) ausgestattet. Die Cardio-MRT kommt in zunehmendem Maße bei Patienten mit Herzkranzgefäßerkrankungen als ergänzendes Verfahren zum Herzkatheter zum Einsatz. Durch eine enge interdisziplinäre Kooperation zwischen Radiologie und Kardiologie am Klinikum wird sichergestellt, dass sich die erhobenen Befunde nutzbringend für die Patienten in Diagnostik und Therapie einfügen, aus diesem Grunde veranstalten wir regelmäßige gemeinsame Demonstrationen von Schnittbildgebung des Herzens.

Die MR-Angiographie erlaubt eine hochwertige Darstellung nahezu aller großen und kleinen Gefäße, z.B. der Becken-und Beinarterien, der Nierenarterien sowie der extra- und intrakraniellen hirnversorgenden Arterien. Sie ersetzt in zunehmendem Maße die rein diagnostische Katheterangiographie (s.u.). Im Institut besteht eine langjährige Erfahrung mit der Cardio-MRT und der MR-Angiographie.

Weitere Spezialmethoden sind MRT-Untersuchungen der weiblichen Brust (MR-Mammographie), der Prostata (mit endorektaler Spulentechnik) und der Gebärmutter, z.B. bei unerfülltem Kinderwunsch. Am MRT-Gerät stehen besondere Überwachungseinrichtungen zur Verfügung, die auch Untersuchungen von Kindern sowie Untersuchungen unter Sedierung und bei besonderer Gefährdung erlauben.

Der Magnetresonanztomograph mit Patient zur Untersuchung und betreuender MTRA

Der Magnetresonanztomograph 2 mit neuster Technologie für neuroradiologische Untersuchungen des Gehirns und des Rückenmarks

Das Klinikum Darmstadt hat rund 900.000 Euro in die Diagnosesicherheit der Menschen in der Region Südhessen investiert: Im Juni 2014 hat der Routinebetrieb im PET/CT begonnen. Diese neue Diagnosetechnik wird vor allem für Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen die Qualität und die Sicherheit der Behandlung deutlich verbessern.

PET/CT ist ein Hybrid-Verfahren, bei dem durch Fusion von Stoffwechselbildern der PET (Positronen-Emissiones-Tomographie) und Strukturbildern der CT (Computertomographie) genaue Abbildungen von der Lage, Größe und Aktivität vorhandener Tumorherde gewonnen werden. PET-Untersuchung  und CT-Untersuchung werden unmittelbar nacheinander im gleichen Gerät durchgeführt. Die reine Untersuchungszeit im Gerät beträgt 20 bis 40 Minuten. Der gesamte Zeitbedarf einschließlich der Vorbereitungen liegt bei zwei bis drei Stunden. Während der Untersuchung liegen die Patientinnen und Patienten auf einer Liege, die sich in die ringförmige Öffnung des PET/CT-Gerätes hineinbewegt. Die Öffnung ist relativ weit und der doppelte Ring aus PET-Scanner und CT-Scanner ist noch kurz genug, sodass sie sich nicht eingeengt fühlen müssen und ständig Kontakt zu dem betreuenden medizinischen Personal halten können

 

Was ist PET?

Die PET ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem eine schwach radioaktive traubenzuckerähnliche Substanz F-18-FluorDesoxyGlukose (FDG) verabreicht wird. Vor über 70 Jahren beobachtete man, dass Krebszellen einen erhöhten Zuckerstoffwechsel haben. Nun ist es möglich, diese Erkenntnis zum Wohl des Patienten zu nutzen. Mit der PET kann der Zuckerstoffwechsel gemessen und bildlich dargestellt werden. Dazu wird dem Patienten ein schwach radioaktiv markierter Zucker durch Injektion verabreicht und anschließend dessen Verteilung im Körper untersucht. Traubenzucker (Glukose) wird als Brennstoff von unseren Körperzellen benötigt und reichert sich in Krebszellen vermehrt an, weil diese durch ihr schnelles Wachstum einen deutlich erhöhten Brennstoffbedarf haben. Die PET-Kamera erstellt ein Bild der Zuckerverteilung in unserem Körper: Das gesunde Gewebe nimmt nur mit geringer Intensität und mehr oder weniger gleichmäßig Zucker auf, sodass die "Krebszellen" herausleuchten. Man erkennt sie mit der PET frühzeitig und sicher und kann dabei ihre anatomische Lage in Bezug zu den sie umgebenden Organen grob bestimmen.

 

Was ist CT?

Die CT ist ein etabliertes Schnittbildverfahren, mit dem detailgenaue Schichtbilder des menschlichen Körpers erstellt werden. In den meisten Fällen wird ein Kontrastmittel verabreicht, um aussagekräftige Bilder zu bekommen. Mit der CT kann man anatomische Bilder von Organen und Strukturen wie Gefäßen und Lymphdrüsen gewinnen. Ab einer gewissen Größe sind Krankheitsbilder erkennbar und genau zu lokalisieren. Aber häufig kann mit diesem Verfahren nicht ausreichend sicher zwischen gesundem Gewebe, gutartigen Veränderungen und bösartigem Tumorgewebe unterschieden werden.

PET/CT = PET + CT!

Die PET/CT ermöglicht in einer einzigen Untersuchung unter vergleichbaren Bedingungen die sich ergänzenden Vorteile beider Verfahren zu nutzen und zu einem aussagekräftigen Bild mit präzisen Aussagen zu vereinen. Studien haben gezeigt, dass die Treffsicherheit von PET/CT-Untersuchungen beim Nachweis wie auch beim Ausschluss bösartiger Tumorherde gegenüber alleinigen herkömmlichen CT-Untersuchungen deutlich größer ist. Hierdurch wird bei etwa jedem fünften Patienten der Behandlungsplan verändert. Für die Patientinnen und Patienten ergibt sich neben dem Vorteil der exakten Erkennbarkeit einzelner Tumorherde und deren Unterscheidung in gutartige und bösartige Herde auch der Nutzen, dass zur Erfassung aller Körperregionen nur eine Untersuchung notwendig ist. Dies trifft auch auf die Beurteilung der Wirksamkeit verschiedener Tumorherde auf Behandlungen wie Chemotherapie und Strahlentherapie zu; insgesamt verkürzt sich die Zeit für individuell angepasste Therapieentscheidungen durch den gezielten Einsatz der PET/CT erheblich. Wenn eine bösartige Tumorerkrankung festgestellt wurde, ist es für die Therapieplanung ganz wesentlich, das exakte Ausmaß der Tumorausbreitung im Körper zu kennen. Dies ist entscheidend, um richtig zwischen operativen strahlentherapeutischen und medikamentösen Tumortherapien zu entscheiden. Nicht jeder vergrößerte Lymphknoten in Ultraschall oder CT muss bösartig sein. Andererseits können kleine, versteckt gelegene Tumorherde durch die PET erkannt und nach Fusion mit den CT-Bildern exakt lokalisiert werden. PET/CT-Untersuchungen tragen somit wesentlich zur richtigen Wahl der Therapieart bei.

Direkte Darstellungen von Gefäßen des menschlichen Körpers mit Kathetern und Kontrastmittel (Katheterangiographie) an DSA-Geräten erfordern zwar Gefäßpunktionen, üblicherweise in der Leistenbeuge; sie werden heute aber mit sehr dünnkalibrigen Instrumenten durchgeführt und sind daher in geübter Hand bis auf eine örtliche Betäubung schmerzfrei und fast immer ohne eine Gefährdung des Patienten. Die Digitale Subtraktions-Angiographie ist für alle Gefäßregionen noch immer der sogenannte „Goldstandard", d.h. die Methode mit der höchsten Genauigkeit zur Erkennung von Gefäßveränderungen, wie Verengungen, Verschlüssen und Aussackungen (Aneurysmen). Im Institut stehen drei derartige hochwertige Geräte zur Verfügung, um Patienten an beiden Standorten des Klinikums zu versorgen. Eines der Geräte am Standort Grafenstrasse ist mit der neusten Technik eines digitalen Flachdetektors ausgestattet. Hiermit verbinden sich die Vorteile höchster Bildqualität, sehr kurzer Untersuchungszeiten sowie eines überdurchschnittlichen Komforts für die Patienten. Spezielle Aufnahmetechniken wie die gepulste Durchleuchtung und eine kontinuierliche Messung der verwendeten Dosis stellen an allen DSA-Geräten sicher, dass Abweichungen von empfohlenen Dosisrichtwerten nur in medizinisch begründeten Sonderfällen vorkommen.

Der Ende 2007 neu in Betrieb genommene Arbeitsplatz für die Digitale Subtraktions-Angiographie (DSA) und minimal invasive interventionelle Behandlungen. Das Gerät ist mit einem digitalen Flachdetektor und der Detektor-CT (Dyna-CT) ausgestattet. Es bietet damit die für diese Therapien erforderlichen neusten Technologien. Seit 2011 steht zudem eine zweite Flachdetektorangiographieanlage gleicher Bauart zur Verfügung um dem stetigen Anwachs auf diesem Gebiet Rechnung zu tragen.

Der Ruheraum für Patienten vor und nach Angiographien und interventionellen Behandlungen, der speziell auch bei ambulanter Versorgung der Patienten in unmittelbarer Nähe zum Behandlungsraum zur Verfügung steht.

Röntgenspezialuntersuchungen der Brust (Mammographie) werden seit langem im Institut angeboten. Zahlreiche Patientinnen kommen seit vielen Jahren regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Die Durchführung der Untersuchungen, insbesondere die Einstellung der Aufnahmen erfordert sehr viel Erfahrung von Seiten der technischen Assitentinnen. Nur bei optimaler Positionierung und Kompression der Brust ist ein adäquates diagnostisches Resultat möglich. Im Institut wird die Mammographie daher nur von wenigen, speziell eingearbeiteten erfahrenen weiblichen Assistentinnen durchgeführt. Seit 2008 ist ein neues hochwertiges Mammographie-Gerät in Betrieb. Dieses ist mit einem Zusatz für stereotaktische Markierungen und Vakuumbiopsien (gezielte Gewebeentnahmen bei verdächtigen Herden) ausgestattet. Diese neuen Verfahren werden in Kooperation mit weiteren Kliniken und Instituten des Brustzentrums am Klinikum eingesetzt.

Zur Erhöhung der diagnostischen Sicherheit wird in der Regel bei allen Patientinnen mit bestimmten Befunden in der Mammographie (erhöhte Dichte, Herdbefunde) unmittelbar im Anschluss an die Mammographie vom gleichen Arzt eine Mamma-Sonographie durchgeführt und in Zusammenschau mit der Mammographie bewertet.

Der 2008 neu in Betrieb genommene Arbeitsplatz für Mammographie und stereotaktische Vakuumbiopsie (gezielte Gewebeentnahme). Die Befunde werden im Anschluss an die Untersuchung mit den Patientinnen besprochen.

Der Ultraschall ist eine nebenwirkungsfreie, vielfältig einsetzbare diagnostische Methode. Im Institut stehen technisch sehr gut ausgestattete Geräte zur Verfügung, u.a. mit den Ausstattungen Farbdopplertechnik, Weitwinkeltechnik und Gewebeharmonisierung. Schwerpunktmäßig werden Untersuchungen der Bauchorgane, der Gefäße und der Brustdrüse durchgeführt, aber auch alle anderen Routinefragestellungen bearbeitet.

Nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden stellen Organe und Gewebe unter funktionellen Gesichtspunkten dar. Im Institut werden alle gängigen Verfahren der Nuklearmedizin eingesetzt. Hierzu stehen seit 2007 zwei neue Gammakameras und entsprechende Zusatzgeräte zur Verfügung. Besondere Schwerpunkte sind Untersuchungen des Skelettes (Sklelettszintigraphie), der Nieren, der Lungen und spezielle Tumorszintigraphien.

Eine neue Methode zur besseren Versorgung von Tumorpatienten ist die Wächterlymphknotenszintigraphie. Dieses Verfahren wird bei Patienten mit bösartigen Tumoren der Brust und der Haut (besonders Melanome) eingesetzt. Durch die Wächterlymphknotenszintigraphie wird im Zusammenwirken mit der anschließenden operativen Behandlung geprüft, ob die zur Tumorregion gehörigen („Wächter")-Lymphknoten von Tumorzellen befallen sind oder nicht. Der radioaktiv markierte Lymphknoten wird bei der Operation mit einer speziellen Meßsonde identifiziert, entnommen und sofort im Pathologischen Institut des Klinikums feingeweblich untersucht. Die Strahlung ist so gering, das für Patient und Personal keine Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Sind die Wächterlymphknoten frei von Tumorzellen, können den Patientinnen und Patienten unnötige ausgedehnte Lymphknotenausräumungen, z.B. der Achselhöhle mit allen Folgewirkungen erspart werden, da dann nahezu immer auch alle anderen Lymphknoten tumorfrei sind. Im Institut werden zwei spezielle Meßsonden für diese Untersuchungen vorgehalten, damit Patientinnen der Frauenklinik und Patienten der Hautklinik uneingeschränkt mit dieser Methode versorgt werden können.

2007 neu in Betrieb genommener Messplatz in der Nuklearmedizin für verschiedene Formen szintigraphischer Untersuchungen, u.a. auch für Wächter-Lymphknotenszintigraphien.

Die Bilder aller radiologischen Untersuchungen werden digital erzeugt und digital gespeichert. Nachdem diese Technologie soweit fortgeschritten ist, dass nun auch Mammographien in digitaler Form höchste Qualität erreicht haben, werden wir auch diese Aufnahmen in Kürze in digitaler Form erstellen. Alle digitalen Bilder sind jederzeit für die behandelnden Ärzte auf den Stationen, in den Ambulanzen und in den Operationssälen wie auch in der Radiologie selbst, z. B. für die Erstellung von Befunden verfügbar. Ein Netzwerk sorgt dafür, dass dies auch an verschiedenen Arbeitsplätzen zeitgleich möglich ist. Elektronische Zugriffsregeln stellen dabei aus Gründen des Datenschutzes sicher, dass nur aktuell an der Behandlung eines Patienten beteiligte Ärzte auf die Aufnahmen zugreifen können. Niedergelassene Ärzte, die das elektronische Portal des Klinikums Darmstadt nutzen, haben auch Zugriff auf die Bilder radiologischer Untersuchungen ihrer Patienten. Gleiches gilt auch für die schriftlichen Berichte zu den radiologischen Untersuchungen, die ebenfalls elektronisch auf den Stationen und in den Ambulanzen, als Vorbefunde in der Radiologie selbst und über das Portal für niedergelassene Ärzte einsehbar sind. Seit 2008 besteht auch die Möglichkeit eines elektronischen Austausches radiologischer Bilder zwischen dem Universitätsklinikum Frankfurt und dem Klinikum Darmstadt. Hierdurch wird in vielen Fällen ein schneller und sicherer Informationsaustausch bei Nachfolgebehandlungen möglich.

Wenn Patienten Aufnahmen für eine weitere auswärtige Behandlung benötigen, werden diese identisch zum Original auf eine CD gebrannt und ihnen zum Verbleib mitgegeben. Das digitale Original bleibt archiviert und ist jederzeit wieder abrufbar; ein Verlust ist somit ausgeschlossen. Bringen Patienten ihre Bilder von auswärtigen Voruntersuchungen zu einer Weiterbehandlung im Klinikum Darmstadt mit, können diese in elektronischer Form von uns im digitalen PACS-Archiv gespeichert werden und stehen damit den behandelnden Ärzten am Klinikum jederzeit zur Verfügung.

Die Mehrzahl dieser auch als minimal invasiv bezeichneten Behandlungen erfolgt an angiographischen Arbeitplätzen (DSA), einige auch unter CT-Kontrolle. Sie zeichnen sich durch eine geringe Belastung für die Patienten aber dennoch hohe Wirksamkeit aus. Um für die Patienten bestmögliche Behandlungsergebnisse sicher zu stellen, erfolgt die Entscheidung zu diesen Behandlungen immer in interdisziplinären Fallkonferenzen unter Mitwirkung entsprechender Fachvertreter der Radiologie, Chirurgie und Inneren Medizin. Hierzu werden am Klinikum im Angiologischen Arbeitskreis (eine ständige Arbeitsgruppe des Gefäßzentrums am Klinikum Darmstadt) in 3 Fallkonferenzen pro Woche Behandlungen für Gefäßpatienten beraten und im Onkologischen Arbeitskreis Diagnostik und Therapie für Tumorpatienten diskutiert. In beiden Expertengruppen besteht auch die Möglichkeit, Fälle auf Zuweisung niedergelassener Ärzte zu beraten und Empfehlungen zu erarbeiten.

Interventionelle Behandlungen sind ein besonderer Schwerpunkt des Institutes. Eine Gruppe von Verfahren dient der Therapie verengter oder verschlossener Schlagadern (Arterien). Hierzu zählen die Ballondilatation (perkutane transluminale Angioplastie oder PTA) und die Implantation von Stents zur Beseitigung von Gefäßverengungen. Weiterhin sind hier zu nennen die lokale Thrombolyse (medikamentöse Auflösung) und Aspiration (Absaugung) zur Behandlung gefäßverschließender Blutgerinnsel. Für besondere Fälle stehen auch medikamentenfreisetzende Stents, Stent-Grafts (Hybride aus Metallstent und Kunststoffprothese) und mechanische Rekanalisationsverfahren (Rotarex) zur Verfügung. Sämtliche Behandlungen dieser Art werden in einem speziellen Qualitäts-Sicherungs-System detailliert dokumentiert, um eine fortlaufende Kontrolle über Nutzen und Risiken der Verfahren sicher zu stellen. Um eine objektive Bewertung sicher zu stellen, wird eine externe Qualitätssicherung genutzt (s.u.).

Die Behandlungen werden hauptsächlich an folgenden Gefäßen durchgeführt:

  • Becken- und Beinarterien bei sogenannter arterieller Verschlußkrankheit (Schaufensterkrankheit, Raucherbein). Diese Behandlungen werden soweit möglich auch ambulant durchgeführt. Für Patienten mit ambulanten Eingriffen steht ein speziell ausgerüsteter Ruhe- und Überwachungsraum zur Verfügung, in dem eine individuelle Nachbetreuung erfolgt (s.o.).
  • hirnversorgenden Arterien (Arteria carotis) bei gestörter Hirndurchblutung (Schlaganfall, Hirninfarkt). Methodik und Ergebnisse der am Klinikum durchgeführten Stentangioplastien der Arteria carotis wurden im Rahmen der Zulassung zu einer internationalen Studie (SPACE) von Fachleuten zertifiziert. Die Behandlungen erfolgen in enger Kooperation mit der Klinik für Neurologie des Klinikums.
  • Nierenarterien bei medikamentös nicht beherrschbarem Bluthochdruck und/oder zunehmender Nierenfunktionsstörung infolge einer bestehenden Verengung einer oder beider Nierenarterien werden diese durch Stentangioplastie behandelt.
  • Shuntvenen bei Dialysepatienten bei gestörter Shuntfunktion. Beide letztgenannte Therapien erfolgen in enger Kooperation mit der Nephrologischen Klinik.
Das Prinzip der Stent-Angioplastie:
das erweitere Gefäss-Segment wird vom Stent abgestützt. Dieser heilt in etwa 6 Wochen in die Gefässwand ein.
Patient mit Schaufensterkrankheit (Waden- und Gesäßschmerz rechts nach 100 m Gehstrecke). Ursache ist ein Verschluss der rechten der Beckenarterien (Pfeile im linken Bild). Nach der Behandlung mittels Ballondilatation (PTA)resultiert eine teilweise Wiederdurchgängigkeit des Gefäßes (mittleres Bild). Nach Stentimplantation völlige Normalisierung der Gefäßweite (rechtes Bild) mit Beschwerdefreiheit.
Patientin mit Schaufensterkrankheit und Wadenschmerz rechts nach 150 m Gehstrecke. Ursache ist eine Gefäßverengung in Oberschenkelmitte (linkes Bild, Pfeil). Nach Behandlung mit Ballondilatation (PTA) ist die Durchblutung normalisiert, da die Engstelle beseitigt ist. Die Beschwerden sind nicht mehr vorhanden.
Langstreckige Verschlüsse der Unterschenkelarterien vor (Pfeile im linken Bild) und nach (Mitte und rechtes Bild) Ballondilatation. Der Patient hatte vor der Behandlung ausgeprägte nichtheilende Wunden, die nach erfolgter Gefäßdehnung mit Verbesserung der Durchblutung abheilten.
Ballonkatheter (links) und Katheter mit freigesetztem Stent (rechts)
Patient mit stattgehabtem Schlaganfall vor 4 Wochen. Ursache ist eine Verengung der linken Halsschlagader (Carotis-Stenose), die mit Pfeil im linken Bild gekennzeichnet ist. Im rechten Bild ist erkennbar, daß die Gefäßverengung nach Behandlung mittels Stent und PTA nicht mehr vorhanden ist (Pfeil). Der Patient blieb beschwerdefrei. Die Behandlung erforderte einen 3-tägigen stationären Aufenthalt.
Patient mit medikamentös nicht ausreichend einstellbarem Bluthochdruck und zunehmender Verschlechterung der Nierenfunktion. Im linken Bild ist als Ursache eine Nierenarterienstenose erkennbar (Pfeil). Diese wurde durch PTA und Stentimplantation vollständig beseitigt (Pfeil im rechten Bild). Blutdruck und Nierenfunktion normalisierten sich.
 

Sämtliche Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden sind durch die Vorhaltung qualifizierter Bereitschafts- und Rufdienste je nach Dringlichkeit 24 Stunden an 7 Tagen die Woche für alle ambulanten und stationären Patienten des Klinikums verfügbar.

Ein weiterer Schwerpunkt sind verschiedene Formen der lokalen Tumorbehandlung. Zwei Gruppen von Verfahren stehen hauptsächlich zur Verfügung: lokale Chemotherapie mit Tumorgefäßverödungen über versorgende arterielle Blutgefäße (Embolisation und Chemoembolisation) sowie Tumorzerstörungen durch lokale Hitzeeinwirkung (Thermoablation). Diese Therapieverfahren kommen dann in Betracht kommen, wenn eine operative Tumorentfernung nicht möglich ist und Behandlungen mittels Standard-Chemotherapien unzureichend wirksam sind oder mit unzumutbaren Nebenwirkungen einhergehen. Auch wenn Patienten einer operativen Behandlung oder einer Chemotherapie nicht zustimmen können, stehen diese Behandlungen zur Verfügung. Die Patienten werden ausführlich beraten, wenn diese Behandlungen für sie in Frage kommen. Hierdurch wird eine gründliche Abwägung von Nutzen und Risiken sichergestellt.

Durch derartige lokale Behandlungen sind teilweise Rückbildung, Wachstumsstop und Wachstumsverzögerung der Tumoren in individuell unterschiedlichem Ausmaß erreichbar. Dies trägt zur Überlebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität bei; eine Heilung gelingt jedoch nur in seltenen Ausnahmefällen.

Die Chemoembolisation basiert auf einer lokal hochdosierten Chemotherapie und anschließenden Blockade (Embolisation) der Tumorernährung gezielt über die tumorversorgenden arteriellen Blutgefäße. Hierzu werden spezielle Mikrokatheter, tumorspezifische Zytostatika und der individuellen Situation angepasste Substanzen zur Verödung der Tumorgefäße (Embolisate) verwendet. Hierbei werden seit 2007 auch neue Substanzen wie Mikrosphären verwendet, die mit verschiedenen Chemotherapeutika beladen werden können, welche in den Tumoren in hochkonzentrierter Form über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden. Der Therapieerfolg hängt sehr davon ab, in welchem Maße es gelingt, die Tumorherde gezielt und damit intensiv zu behandeln und das umgebende Lebergewebe dabei weitgehend zu schonen. Hierfür sind sehr viel Erfahrung und manuelles Geschick erforderlich. Die neue Technologie der Detektor-CT (Dyna-CT) ist dabei von großem Vorteil.

Patient mit 7 cm großem Leberzellkarzinom (Pfeil im linken CT-Bild). Im mittleren Bild – einem Ausschnitt aus der Angiographie - sind die tumorversorgenden Gefäße zu sehen (Pfeile). Im rechten Angiographie-Bild fehlen die Tumorgefäße, da sie durch Chemoembolisation vollständig verschlossen wurden.
Links CT-Bild des gleichen Patienten 7 Tage nach der Chemoembolisation. Erkennbar ist die starke Aufnahme des Chemoembolisates im Tumor, welches sich im Bild weiß darstellt. Das rechte Bild zeigt den CT-Befund 3 Monate später; der Tumor ist auf eine Größe von 2 cm geschrumpft.
Patient mit Lebermetastasen (Pfeile im linken Bild). Nach zweimaliger Chemoembolisation deutliche Größenminderung der Lebermetastasen (rechtes Bild).

Gefäss-Darstellung eines Patient mit Lebertumor (Pfeil). Der Mikrokatheter liegt in der gewünschten Behandlungsposition.

Detektor-CT (Dyna-CT)-Darstellung in zwei verschiedenen Bildorientierungen die zeigen, dass der Tumor (Pfeil) gezielt und zugleich vollständig über die gewünschte Katheterlage behandelt werden kann.

Die Thermoablation bewirkt eine lokale Zerstörung von Tumorgewebe durch intensive Hitzeeinwirkung. Hierzu werden etwa 2 mm dicke Spezialnadeln zielgenau in das Tumorgewebe eingebracht und über diese Energie appliziert. Im Institut wird hierzu das weltweit am weitesten verbreitete und bewährte Verfahren der Radiofrequenzablation (RFA) eingesetzt. Das Einbringen der Punktionsnadeln, die am Tumor hervorgerufenen Veränderungen und etwaige Nebeneffekte und Komplikationen werden mit Hilfe der Computertomographie (CT) oder MRT genau überwacht. Um für den Patienten jeden Schmerz und andere, auch psychische Belastungen zu vermeiden, werden die Behandlungen in Zusammenarbeit mit erfahrenen Narkoseärzten (Anästhesisten) durchgeführt.

Patient mit Lebermetastase eines bösartigen Dickdarmtumors (Pfeil im oberen Bild). Die Punktionsnadel wurde unter Kontrolle der CT in den Tumorherd eingebracht (Pfeil im mittleren Bild). Nach der Thermoablation durch 15 minütige Einwirkung von Radiofrequenzenergie ist die Metastase vollständig zerstört. Dies ist daran erkennbar, dass diese im unteren Bild nach Kontrastmittelgabe schwarz, d.h. ohne Durchblutung in Erscheinung tritt (Pfeil)

Patient mit Lebermetastase eines bösartigen Dickdarmtumors (Pfeil im oberen Bild). Die Punktionsnadel wurde unter Kontrolle der CT in den Tumorherd eingebracht (Pfeil im mittleren Bild). Nach der Thermoablation durch 15 minütige Einwirkung von Radiofrequenzenergie ist die Metastase vollständig zerstört. Dies ist daran erkennbar, dass diese im unteren Bild nach Kontrastmittelgabe schwarz, d.h. ohne Durchblutung in Erscheinung tritt (Pfeil)

Embolisationen, Chemoembolisationen und Thermoablationen sind erfolgversprechende palliative Behandlungsverfahren insbesondere bei

  • Tumoren der Leber (Leberzellkarzinom, Lebermetastasen)
  • Tumoren der Niere
  • Fortgeschrittene Tumoren der Beckenorgane (Harnblase, Mastdarm, Gebärmutter)  

Die behandelnden radiologischen Ärzte verfügen in der Anwendung dieser Methoden über eine bis zu 15-jährige Erfahrung mit Betreuung sehr vieler Patienten.   

Weiterhin werden folgende interventionelle Behandlungsverfahren im Institut angeboten:

  • Verödung der Vena spermatica (Hodenvene) bei sogenannter Varicozele (Krampfader) und unerfülltem Kinderwunsch des Mannes
  • Behandlungen von Gallenwegsverengungen, z.B. bei Tumoren oder infolge von Narbenbildungen mittels Ableitungen und Stentimplantationen
  • Behandlungen von Folgeerscheinungen der Leberzirrhose wie Bauchwassersucht (Ascites) und Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre oder des Magens (Varizenblutungen) durch Anlage einer drucksenkenden Gefäßverbindung innerhalb der Leber (TIPS).
  • Anlage äußerer Ernährungssonden des Magens (PEG) bei Erkrankungen der Speiseröhre und bei schwerwiegenden Schluckstörungen
  • Embolisationen (lokaler Gefäßverschluß) bei krankhaften Gefäßveränderungen wie Aussackungen (Aneurysmen), Gefäßmißbildungen (Angiome, Fisteln) im Stadium der Prophylaxe oder auch bei akuter Blutung.
  • Lokale Thrombolyse (medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln) hirnversorgender Gefäße bei besonderen Formen des schweren Schlaganfalles

Weitere Informationen

Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin

Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Tel.: 06151 - 107 6751
Fax: 06151 - 107 6849

peter.huppert@mail.klinikum-darmstadt.de

Direktor



Prof. Dr. med. Peter Huppert

Tel.: 06151 - 107 6751

Ambulante Versorgung

Ambulante Versorgung im Medizinischen Versorgungszentrum

Veröffentlichungen: