mit Sicherheit gut versorgt

Institut für Radioonkologie und Strahlentherapie - Bestrahlungseinrichtungen

Zwei Linearbeschleuniger mit deutschlandweit einzigartiger technischer Ausstattung

Im Untergeschoss von Gebäude 1 wurden zwei neue Strahlenschutzbunker errichtet, deren bis zu 1,70 Meter dicke Wände aus einem speziellen Schwerbeton vergossen wurden. Die Decke der Bunker wurde aufgrund der eingeschränkten Geschosshöhe mit einer sehr komplexen Bleipyramide von 16 Zentimetern maximaler Dicke ausgestattet, um den Strahlenschutz der darüber liegenden Räume zu gewährleisten. Bereits einen Tag nach dem Einbringen der zwei Linearbeschleuniger mit dem Kran über den Innen-Lichthof, wurde mit der Installation der beiden neuen Linearbeschleuniger begonnen. Die einzelnen Bauteile wogen bis zu 4,5 Tonnen.

Kürzere Bestrahlungsdauer und Echtzeit-Patientenüberwachung

Nach Übergabe der beiden Geräte durch die Herstellerfirma wurden die Linearbeschleuniger durch die Abteilung Medizinische Physik für den Patientenbetrieb vorbereitet. Durch einen externen Sachverständigen wurde durch Ortsdosisleistungs-Messungen bestätigt, dass in allen angrenzenden Räumen des Gebäudes durch den Betrieb der Linearbeschleuniger keine über die natürliche Strahlenexposition hinausgehende Strahlenbelastung entstehen wird. Die Abteilung Medizinische Physik hat in den vergangenen Wochen in enger Abstimmung mit den Behörden die Freigabe der Linearbeschleuniger für den anstehenden Patientenbetrieb vorgenommen. 

  

Bei beiden Geräten handelt es sich um die neueste Gerätegeneration der Fa. VARIAN Medical Systems. Eines der beiden Geräte, die EDGE, ist ein High-End Linearbeschleuniger, der so erstmals in Deutschland installiert wird. Das Gerät besitzt hochauflösende, schnell bewegliche Bleilamellen (2,5 Milli-meter breit) im Beschleunigerkopf, die eine sehr feine Modellierung des Therapiestrahls ermöglichen und somit auch kleinste Tumorherde hochpräzise erfassen können. Der Beschleuniger ist aber auch in der Lage, deutlich höhere Strahlendosen pro Sekunde zu erzeugen, so dass sich die Behandlungszeit verkürzt. Durch Optimierung der Bildgebungs-Systeme können dann auch während der Bestrahlung selbst, ohne Eingriff durch die Medizinisch-Technische-Radiologie-Assistenz (MTRA), Lagerungskontroll-Aufnahmen erstellt werden. „Das System erlaubt uns, während der Bestrahlung in individuell wählbaren Zeitabständen Aufnahmen der Bestrahlungsposition zu erstellen“, erläutert Dipl.-Ing. Kirsten Hierholz, Leiterin der Medizinischen Physik. „Diese Aufnahmen sind nicht nur von hervorragender Qualität; auch die Auswertung kann automatisiert erfolgen, um die Behandlungszeit nicht zu verlängern. All diese Merkmale und noch einiges mehr erlauben uns, nun auch Patienten radiochirurgisch, das heißt mit einer einzigen Strahlentherapie, wie mit dem Skalpell, zu behandeln. Dies war bislang in Darmstadt nicht möglich.“ 

Die Präzision und die Geschwindigkeit der Geräte führen zu einer nochmals erhöhten Patientensicherheit und einem höheren Behandlungskomfort. Zusätzlich wurde auch noch die Software zur Bestrahlungsplanung, Steuerung der Linearbeschleuniger und Patientendokumentation auf den neuesten Stand gebracht. 

Und noch eine weitere Neuerung kann im Rahmen des Einzugs der Therapieabteilung in das Klinikgebäude 1 in Betrieb genommen werden: Die sogenannte Echt-Zeit Patientenüberwachung der Firma Vision RT wurde an beiden Beschleunigern installiert. Drei stereoskopisch angeordnete Kamerasysteme, gekoppelt mit polarisiertem Licht, erlauben eine Überwachung der Körperoberfläche. Damit kann der Patient schneller und genauer gelagert (d.h. in Bestrahlungsposition gebracht) werden. Auch können Atembewegungen erfasst und durch eine Verbindung zum Linearbeschleuniger die Bestrahlung zum Beispiel nur in einer bestimmten Atemphase frei gegeben werden. 

Jede unwillkürliche Änderung der Patientenposition wird aufgenommen und die Bestrahlung sofort unterbrochen, falls sich die Position (über zuvor individuell festgelegte Toleranzen hinaus) verändert. Zusätzliche Röntgenaufnahmen zur Lagerungskontrolle werden damit wesentlich seltener notwendig.

Systeme zur maximalen Personal- und Patientensicherheit

Mit den technischen Lösungen der Firma OPASCA erhalten Patienten bei der Erstvorstellung eine Patientenkarte, die im Verlauf der Behandlung der automatischen Anmeldung und Terminierung dient. Vor jeder Bestrahlung erfolgt eine optische Personenerkennung, die direkt mit dem Linearbeschleuniger verbunden ist, so dass eine Bestrahlung nur nach erfolgreicher Identifikation des Patienten erfolgen kann. Zusätzlich stehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch besonders hochauflösende und strahlenresistente Kameras und Kommunikationssysteme mit dem Patienten im Beschleunigerraum in Verbindung. Diese Kameras dienen auch zu einer lückenlosen Raumüberwachung, die gewährleistet, dass keine Personen unbeabsichtigt während einer Behandlung im Beschleunigerraum verbleiben können. „Mit dieser Anordnung haben wir den Patienten immer im Blick und können in der tagtäglichen Routine eine unbeabsichtigte Bestrahlung von Patient und Personal ausschließen, was uns ein sicheres Gefühl gibt“, sagt die leitende MTRA-Kraft Andrea Sieben.

    

Patientenaufnahme, Patientenidentifikation, Raumüberwachung (Personenschutz)

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Fax: 06151 - 107 6949

strahlentherapie@mail.klinikum-darmstadt.de

Direktor



Prof. Dr. med. Christian Weiß

Tel.: 06151 - 107 6851

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Ambulante Versorgung im Medizinischen Versorgungszentrum