Klinik für Gefäßmedizin Angiologie

Fachgebiet

Die Angiologie – zu deutsch die Gefäßmedizin – erlangt wegen unserer modernen Lebensweisen mit zahlreichen Risikofaktoren wie Fehlernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes oder Rauchen eine immer größere Bedeutung, vor allem aber auch wegen des zunehmenden Alters der Bevölkerung.

Die Angiologie wurde in Deutschland von Professor Max Ratschow in Darmstadt begründet.

Mit modernsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren diagnostizieren und behandeln wir Erkrankungen der Arterien und Venen, Gefäßverschlüsse an den Beinen, Armarterienerkrankungen, Gefäßerkrankungen der Halsschlagadern, Thrombosen und chronische Venenerkrankungen.

In der Klinik für Gefäßmedizin stehen 49 Betten auf zwei Stationen bereit.

In enger Zusammenarbeit mit der Radiologie und der Gefäßchirurgie wird im Rahmen des Gefäßzentrums des Klinikums Darmstadt für jeden einzelnen Patienten individuell das beste Therapieverfahren ausgewählt.

Behandlungsschwerpunkte im Überblick

  • Aufdehnen von Arterienverschlüssen in Becken und Oberschenkel sowie im Unterschenkel, im Arm und der Halsschlagader. (Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie).
  • Venenthrombosen werden in unserer Klinik mittels Ultraschall schnell und zuverlässig diagnostiziert. Die anschließende Therapie kann teilweise ambulant erfolgen.
  • Für die Behandlung von Problempatienten mit Thromboseneigung und Gerinnungsstörungen (Thrombophilie) konnten in der Klinik wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, die gerade diesen Problempatienten bei der Entscheidung über die optimale gerinnungshemmende Behandlung helfen können.
  • Neue gerinnungshemmende Mittel, die nicht die Nachteile des bisher häufig verwendeten „Marcumar“ aufweisen, werden hier wissenschaftlich untersucht.
  • Auch für die schwierige Problemstellung der Thrombosevorbeugung und -behandlung in der Schwangerschaft liegen in der Angiologischen Klinik die weltweit größten Erfahrungen vor.
  • Schwere Durchblutungsstörungen der Beine, die bereits zu einem Geschwür und offenen Stellen an den Füßen geführt haben, werden interdisziplinär mit Aufdehnungskatheter, ggf. mit Gefäßstütze („Stent“), Gefäßoperationen (z.B. Bypass-OP) und medikamentöser Therapie (z.B. Prostaglandine oder Antibiotikagabe direkt in die Schlagader) behandelt.
  • Die Kombination von Durchblutungsstörungen und Diabetes hat ein besonders hohes Risiko für Fußgeschwüre. Diese Patienten werden in enger Zusammenarbeit mit der Diabetesabteilung speziell versorgt.
  • Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefäße (z.B. an den Fingern) und der kleinsten Gefäße („Kapillaren“) werden hier u.a. mit dem Kapillarmikroskop diagnostiziert und die Behandlung erfolgt häufig gemeinsam mit den dermatologischen, rheumatologischen und nephrologischen Abteilungen.

Die Voruntersuchungen und die Nachbetreuung finden in enger Abstimmung mit den Hausärzten und den niedergelassenen Fachärzten statt.

Die Angiologische Klinik - modern und traditionsreich

Die Geschichte der angiologischen Klinik war stets vom Streben bestimmt, die Versorgung von Gefäßpatienten weiter zu verbessern.

Vor über 50 Jahren hat Prof. Dr. med. Max Ratschow in Darmstadt die erste auf Gefäßerkrankungen spezialisierte Klinik gegründet - zunächst als angiologisches Forschungszentrum zur Untersuchung von Gefäßkrankheiten und Durchblutungsstörungen und zur Entwicklung neuer Diagnose-- und Behandlungsverfahren. Die Gründung dieser neuen Klinik wurde durch die Stadt Darmstadt ermöglicht, aber auch durch die Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und weiterer wissenschaftlicher Stiftungen. Das von Ratschow neu begründete Fach der Angiologie entwickelte sich unter seinem engagierten Einsatz schnell, und als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung organisierte er schon 1962 in Darmstadt den 4-tägigen internationalen Angiologenkongress mit über 500 Teilnehmern aus 22 Ländern.

Max Ratschow starb im Jahre 1963 an einem akuten Herzinfarkt. Wegen seiner Verdienste um die Gründung des Faches für Angiologie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie seit dem Jahre 1968 der Max Ratschow Preis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Gefäßmedizin vergeben. Nach der Ära Ratschow behielt neben der Patientenversorgung die wissenschaftliche Erforschung von Durchblutungsstörungen in der Max Ratschow-Klinik am Klinikum Darmstadt einen hohen Stellenwert: Weit über 100 Originalarbeiten, die sich mit dem Gebiet der Angiologie, der Durchblutungsstörungen, Mikrozirkulationsstörungen und Blutgerinnungsstörungen beschäftigen, wurden seither aus der Angiologischen Klinik publiziert, z.B. die weltweit größte Untersuchung der bestmöglichen Behandlung von Schwangeren mit Thromboseneigung.

Weitere Informationen

Klinik für Gefäßmedizin

Angiologie Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Tel.: 06151 - 107 4401
Fax: 06151 - 107 4429

angiologie@mail.klinikum-darmstadt.de

Direktor

Prof. Dr. med. Rupert Bauersachs

Tel.: 06151 - 107 4401

Ambulanzen

Angiologische Ambulanz
Tel.: 06151 - 107 4444

Forschung & Publikationen

Studien und Veröffentlichungen

Darmstädter Angiologischer Arbeitskreis