Diagnostik und Therapie

Funktionsbereiche:

  • EMG: Bei der Elektromyografie wird mit einer konzentrischen Nadelelektrode die  von den Muskelzellen generierte elektrische Aktivität aufgezeichnet. Die Nadel, mit der in den Muskel gestochen wird, hat einen Durchmesser von etwa 0,6 mm, ähnlich einer Akupunkturnadel. Mit dieser Untersuchung können Rückschlüsse auf die Art von neuromuskuläre Erkrankungen gezogen werden. Die Untersuchung ist ein wesentlicher und wichtiger Baustein in der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen. Für spezielle Fragestellungen zur Untersuchung der neuromuskulären Überleitung besteht darüber hinaus die Möglichkeit, ein Einzelfaser-EMG durchzuführen.
  • NLG: Bei dieser Untersuchung wird die Leitfähigkeit des peripheren Nervens gemessen. Hierzu werden Plättchenelektroden auf die Haut geklebt und der Nerv im Verlauf elektrisch gereizt. Diese Untersuchung ist vor allem in der Diagnostik von Neuropathien ein wichtiger Bestandteil und ebenso wie die EMG-Untersuchung für den Patienten völlig ungefährlich. Darüber hinaus besteht für spezielle Fragestellungen in unserer Klinik die Möglichkeit, eine Leitungsblockuntersuchung durchzuführen.
  • MEP: Durch magnetisch ausgelöste Reize werden die Nerven, die vom Gehirn zu verschiedenen Muskeln ziehen (motorische Bahnen) untersucht. Bei dieser Untersuchung liegen Sie auf einer Untersuchungsliege. Mit Hilfe einer Magnetspule werden die Zellen der motorischen Hirnrinde aktiviert und mit über den Muskel geklebten Elektroden abgeleitet. Dadurch misst man die Übertragung vom Gehirn bis zum Muskel und kann so Störungen der zentral motorischen Bahn diagnostizierten.
  • SSEP (sensibel evozierte Potentiale): Bei der Untersuchung sitzen Sie auf einem Stuhl. Die Nerven am Fuß und an der Hand werden durch kurze schwache elektrische Impulse erregt. Die Ableitungen erfolgen im Verlauf der Nervenbahnen vom Rückenmark und vom Gehirn. Mit Hilfe der Untersuchung ist es möglich, Störungen der sensiblen Nervenbahnen festzustellen.
  • VEP (visuell evozierte Potentiale): Bei der Untersuchung sitzen Sie auf einem Stuhl in einem abgedunkelten Raum. Sie schauen auf ein sich bewegendes Schachbrettmuster auf einem Bildschirm, der vor Ihnen steht. Mit am Kopf angebrachten Elektroden wird die durch im Gehirn hervorgerufene elektrische Aktivität bestimmt. Dadurch ist es möglich, eine Aussage über die Sehbahn zu machen, die häufig im Rahmen einer entzündlichen Erkrankung geschädigt ist.
  • AEP (akustisch evozierte Potentiale): Die Untersuchung wird im Sitzen durchgeführt. Über einen Kopfhörer bekommen Sie Klickgeräusche zu hören. Rechtes und linkes Ohr werden getrennt voneinander untersucht, so dass Sie auf dem nicht untersuchten Ohr ein Rauschen hören. Über Elektroden auf dem Kopf und hinter dem Ohr werden die Hirnströme aufgezeichnet, die dann eine diagnostische Aussage über die Funktion der Hörbahn und der Funktion des Hirnstamms erlauben.
  • ENG (Elektronystagmografie): Bei der Untersuchung sitzen Sie auf einem Stuhl in einem abgedunkelten Raum. Mit Hilfe von neben das Auge geklebten Elektroden werden die Augenbewegungen aufgezeichnet. Die Untersuchung dient der Abklärung von Schwindelsymptomen und erlaubt Rückschlüsse darüber, ob die Störung im Gehirn oder im Innenohr zu suchen ist. Dazu wird auch die Funktion des Gleichgewichtsapparates durch eine Spülung des Gehörgangs mit 30 Grad „kaltem“ Wasser getestet.
  • EEG: Im Epilepsie-Labor können Langzeitableitungen zur detaillierten elektroencephalograhischen Diagnostik bei Epilepsiepatienten durchgeführt werden. Auf diese Weise können sowohl Untersuchungen zur differentialdiagnostischen Einordnung der Krankheit, als auch Ableitungen zur Fokuslokalisation und zur Therapiekontrolle durchgeführt werden. Bei Patienten mit therapieresistenten Epilepsien besteht die Möglichkeit, den nichtinvasiven Teil der präoperativen Epilepsiediagnostik durchzuführen. Dazu stehen ein 16-Kanal Mobiles Langzeit-EEG (MLE) und eine 32-Kanal Video-EEG-Monitoring-Anlage zur Verfügung.
  • Ultraschalllabor: Mittels der Ultraschalldiagnostik können die hirnversorgenden extra- und intracraniellen Gefäße untersucht werden. Zur intensiven Abklärung eventueller Strömungsbehinderungen stehen die Möglichkeiten des extra- und transcraniellen CW-Dopplers zur Verfügung, sowie die Möglichkeiten der Schnittbilddiagnostik mittels Duplex- und farbkodierter Duplexsonographie. Mit der transkraniellen Doppler-Sonographie können die intrakraniellen Gefäße untersucht werden. Ferner bestehen die Möglichkeiten der Emboliedetektion und verschiedener Kontrastmitteluntersuchungen.
  • Muskelultraschall:Mit dem Muskelultraschall können strukturelle Veränderungen der Muskulatur, besonders bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Muskulatur untersucht werden.
  • Blasenultraschall: Hierdurch kann die nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibende Menge Urin genau bestimmt werden.
  • Schlaflabor: Im Schlaflabor können polysomnographische Aufzeichnungen zur Diagnostik von Schlafstörungen, insbesondere Schlaf-Apnoe-Syndromen, Restless-legs-Syndrom und Tagesmüdigkeit erfolgen. Damit können die verschiedenen Ursachen von Schlafstörungen näher eingegrenzt werden und eine spezielle Behandlung durchgeführt werden. Patienten mit obstruktivem Schlaf-Apnoe-Syndrom können auf eine Behandlung mit einem CPAP-Gerät eingestellt werden. Dazu stehen zwei Schlaflaborplätze zur videoüberwachten Polysomnographie sowie zwei Poly-MESAM-Geräte zur Verfügung.
  • Autonomes Labor: Im autonomen Labor können verschiedene Untersuchung zur Überprüfung der Funktionen des autonomen Nervensystems durchgeführt werden. Mittels der Herzfrequenzanalyse kann die autonome cardiale Innervation untersucht werden. Vibrationsempfinden und Temperaturempfinden können mittels Thermotest und Vibratometrie standardisiert erfasst werden.

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