Posttraumatische Belastungsstörung

„Zeit heilt alle Wunden" sagt der Volksmund und hat damit leider doch nicht immer recht. Und nicht nur der Leib kann schwere Wunden und Verletzungen erleiden, sondern auch die Psyche eines Menschen. Dabei sind Leib und Seele eng miteinander verbunden. Körperliches und seelisches Erleben stellen letztendlich eine vielfältig verwobene Einheit dar. Das Unterscheiden von seelischen und körperlichen Verletzungen ermöglicht allerdings oft zunächst vor allem in der Akutsituation die notwendige gezielte praktische medizinische Hilfe.

Die medizinische Erfahrung und neuropsychologische Forschung zeigt, dass unser Leib tendenziell ein längeres und präziseres Gedächtnis traumatischer Erlebnisse verfügt, als dies unsere Gefühle und unser Verstand vermögen.

So sind unter Umständen lange zurückliegende frühe Erfahrungen von sexualisierter und anderer Gewalt, dem Erleben von Krieg, Flucht, Vertreibung, Unfällen, schweren Erkrankungen oder anderen traumatisierenden Erlebnissen unserem kognitiven Gedächtnis und unseren Gefühlen nicht zugänglich. Stattdessen erleben Menschen vielfältige körperliche oder auch unspezifische psychische Symptome, die erst einmal kaum in einen verstehbaren Sinnzusammenhang zu bringen möglich erscheinen. Häufig bleiben viele technische Untersuchungen, medizinische und paramedizinische Behandlungsversuche teilweise über Jahre ohne greifbares Ergebnis.

Als Symptome zeigen können sich unter anderem Schmerzmitteln kaum zugängliche schwere chronische Schmerzsyndrome, Funktionsstörungen der Gliedmaßen oder inneren Organe, schwer fassbare körperliche Missempfindungen, Essstörungen, Substanzmissbrauch, Alpträume, inner Unruhe, „Zerstreutheit" und Unaufmerksamkeit, inneres Wiedererleben traumatischer Erlebnisse, Vermeidungsverhalten, Angstzustände, Gefühle der körperlichen Abstumpfung und Unfähigkeit Freude oder Trauer zu empfinden.

Es bedarf eines bedachten, sachgerechten und behutsamen diagnostischen Prozesses um gemeinsam zwischen Patient und Behandlungsteam allmählich Zugang zur ursächlichen traumatischen Problematik zu gewinnen und Schritt für Schritt hilfreiche Behandlungsschritte zu entwickeln.

Um eine Bewältigung traumatischer Erfahrungen und deren Folgestörungen zu ermöglichen, erarbeiten wir zunächst Strategien sich selbst möglichst gut zu beruhigen und sicher fühlen zu können. Weiter entdecken und entwickeln wir gemeinsam Stärke, Fähigkeiten und die Ressourcen, die die Umwelt einem Menschen bieten kann um das Wohlbefinden, Stimmung, Selbstwirksamkeitserleben und Sicherheitsgefühl im Alltag möglichst gut zu stärken. Dabei kommen vielfältige verbale und nonverbale psychotherapeutische Methoden ebenso zum Einsatz wie nach Erfordernis organmedizinische Behandlungsmethoden.

So gut stabilisiert und gerüstet macht es dann manchmal Sinn, sich noch einmal im Schutz der therapeutischen Beziehung mit den erlebten traumatischen Ereignissen so auseinanderzusetzen, dass sie mehr bewältigt werden und schließlich tatsächlich zu den bewältigten Erfahrungen innerlich versöhnt abgelegt werden können.

Weitere Informationen

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Heidelberger Landstraße 379
64297 Darmstadt-Eberstadt

Tel.: 06151 - 107 4061
Fax: 06151 - 107 4063

psychosomatik@mail.klinikum-darmstadt.de

Direktorin



Dr. med. Alexandra Mihm

Tel.: 06151 - 107 4061

Ambulante Versorgung

Ambulante Versorgung im Medizinischen Versorgungszentrum

Informationsflyer