Medizinische Klinik I – Diagnostik und Therapie

Die Funktionsbereiche der Medizinischen Klinik I umfassen die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der modernen Inneren Medizin, hier im Schwerpunkt Kardiologie.

Im EKG werden Elektrokardiogramme, Belastungs-EKGs (Ergometrie) und Langzeit-EKGs geschrieben, die Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) wird transthorakal sowie transoesophageal („Schluckecho“, TEE) routinemäßig auch mit farbcodierter Duplexsonographie durchgeführt.

Es sind Prüf- und Programmiergeräte für alle hier implantierten und die meisten der auswärtig eingebrachten Herzschrittmacher bereit, eine qualifizierte Nachsorge in der Schrittmacherambulanz durch Fachärzte wird gewährleistet.

In der Lungenfunktion werden neben üblichen Funktionstests auch Ganzkörperplethysmographien mit Broncholysetests für Abklärung von Lungenerkrankungen angewandt, neu auch mit der Spiro-Ergometrie.

Im Herzkatheterlabor werden neben reinen diagnostischen Untersuchungen auch Dilatationen (PTCA - Aufdehnungen - Ballon) von verengten Herzkranzgefäßen vorgenommen, auch als Akuteingriffe beim Herzinfarkt. Neue Techniken sind neben der Stentimplantation (Gefäßstütze) die Beseitigung von Engstellen mittels Rotablator.

(Klicken Sie auf das Plus-Symbol, um weitere Infos über das diagnostische und therapeutische Spektrum der Klinik aufzuklappen:)

Das Herzkatheterlabor bildet neben der Intensivstation das „Herzstück“ der Medizinischen Klinik I. Hier werden Herzkatheteruntersuchungen an einer modernen Röntgenanlage durchgeführt. Die Filme werden mittlerweile digital erfaßt und auf CD-R, einer beschreibbaren CD-Rom, archiviert.

Die Herzkatheteruntersuchung, also die Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarien) in einer Röntgenkontrastuntersuchung, ist heutzutage der „Goldstandard“ in der Diagnostik der koronaren Herzkrankheit. Untersucht werden Patienten mit kritischen Durchblutungsstörungen des Herzens mit drohendem Herzinfarkt, mit frischem Herzinfarkt und zum Ausschluß einer koronaren Herzerkrankung.

Die Herzkatheteruntersuchung ist Grundlage der Therapieentscheidung, ob medikamentös, interventionell (Ballondilatation) oder operativ (Bypass-Operation) behandelt wird. Wichtiges Therapieprinzip ist die Eröffnung von Engstellen (Stenosen) und Verschlüssen der Herzkranzgefäße mittels Ballonkatheter (Dilatation).

Zunehmend werden auch komplexe Läsionen u.a. an Hauptstamm der linken Herzkranzader, Mehrgefäßeingriffe sowie Wiedereröffnung (Rekanalisation) länger bestehender Verschlüsse (CTO) durchgeführt. Gerade bei isolierten Stenosen des Hauptstammes läßt sich durch die Katheterintervention mit Implantation medikamentfreisetzender Stents (DES) eine Bypassoperation mit gleich gutem Ergebnis verhindern.

Auch bei vielen Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung läßt sich durch die Katheterintervention mit Implantation von Stents eine Bypassoperation vermeiden. Wiederverengungen lassen sich zumeist problemlos mit gutem Ergebnis beseitigen, Patienten mit einer Gefäßmorphologie, die nicht für ein interventionelles Vorgehen geeignet sind, werden von uns nach wie vor zur Bypassoperation vorgesehen, um auch hier ein nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.


Frische Herzinfarkte werden kaum noch (es sei denn, es bestehen Kontraindikationen) einer gerinnselauflösenden Behandlung (Lysetherapie) zugeführt, sondern das Infarktgefäß (verschlossene Herzkranzarterie) mit dem Ballonkatheter direkt wieder eröffnet.

Dies geschieht auch außerhalb der regulären Arbeitszeit durch eine 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft.

Hier zeigt sich auch die sehr gute Zusammenarbeit mit denen im Einzugsgebiet tätigen Notärzten, denn es gilt „wenig Zeit - rettet viel Herz“, eine der wichtigsten Voraussetzungen, um eine adäquate Therapie der Herzinfarktpatienten zu gewährleisten.

Seit 2005 werden in unserer Klinik mittels Herzkatheteruntersuchung auch langjährig verschlossene Herzkranzgefäße (CTO) wieder rekanalisiert. Um das Auftreten einer Wiederverengung zu  reduzieren werden nach Rekanalisation des Gefäßes Medikament freisetzende Gefäßstützen (drug eluting stent) implantiert.

Zuvor wird eine sorgfältige Diagnostik mittels EKG, UKG und Kernspin-Tomographie des Herzen durchgeführt, um die Vitalität des von dem verschlossenen Herzkranzgefäß abhängigen Herzmuskelareals nachzuweisen. Ist die Vitalität nachgewiesen kommt es nach Rekanalisation des Verschlussgefäßes bei den  allermeisten Patienten zu einer spürbaren Verbesserung der körperlichen Belastungsfähigkeit und nach einigen Monaten auch zu einer mittels Herzultraschall nachweisbaren Verbesserung bzw. Normalisierung  der Herzleistung.

Hauptkriterium für eine notwendige Aufweitung  (Ballondilatation) eines Herzkranzgefäßes sind der angiographische Nachweis einer hochgradigen Verengung (Stenose) verbunden mit dem Nachweis einer Durchblutungsstörung im Versorgungsgebiet der betroffenen Herzkranzader mittels EKG bzw. Belastungs-EKG. Derartig eindeutige Befundkonstellationen sind jedoch nicht immer die Regel. Gelegentlich finden sich angiographisch grenzwertige Stenosen oder die nicht invasiven Tests (EKG, BelastungsEKG/UKG) sind nicht eindeutig oder nicht durchführbar gewesen. Für diese Fälle läßt sich mittels eines in das betroffene Herzkranzgefäß eingelegten Druckmessdrahtes die jeweilige funktionelle Bedeutung einer Stenose quantifizieren. Es wird hierbei nach Kalibrierung des Systems die Druckdifferenz vor und hinter der Stenose nach Gabe eines intravenös verabreichten Medikamentes (Adenosin) ermittelt. Falls der Grenzwert unterschritten wird ist die funktionelle Bedeutung der Stenose nachgewiesen und die Ballondilatation sinnvoll.

Dieses Verfahren kommt bei uns leitliniengestützt routinemäßig zum Einsatz.

In unserer Klinik wird auch routinemäßig der intravaskuläre Ultraschall (IVUS) durchgeführt.

Der IVUS erlaubt neben der Darstellung des Gefäßlumens auch eine Beurteilung der Gefäßwand und der Struktur von Gefäßablagerungen. Er wird ebenfalls über einen bereits in das Herzkranzgefäß eingelegten Führungsdraht eingeführt und dann entlang dem zu beurteilenden Gefäßbezirk geschoben.

Wir setzten den IVUS routinemässig bei komplexen Veränderungen der Herzkranzgefäße, vor allen Dingen vor und nach Dilatation/Stentimplantation am Hauptstamm der linken Herz-Kranzader ein, um ein optimales Interventionsergebnis zu dokumentieren.

Dieses Vorgehen kommt letztlich auch der Sicherheit unserer Patienten zu Gute.

Die Vorhofscheidewanddefekte sind angeborene Störungen, es besteht hierbei beim atrialen Septumdefekt (ASD) ein Loch zwischen rechten und linken Vorhof, sodass Blut aus dem linken Vorhof in den rechten strömen kann. Es kommt somit zu einem gesteigertem Blutangebot für das rechte Herz, dass dadurch mehr belastet und geschädigt wird. Zu dem entwickelt sich über die Jahre auch ein Bluthochdruck im Lungengefäßsystem („Lungenbluthochdruck“), der zu einer weiteren Schädigung des rechten Herzens mit deutlichen Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Luftnot führt.

Ein weiterer Vorhofscheidewanddefekt ist das persistierende foramen ovale (PFO). Von einem PFO spricht man, wenn sich die zwei Anteile der Vorhofscheidewand, durch die vor der Geburt sauerstoffreiches Blut aus der Gebärmutter vom rechten zum linken Vorhof des Kindes gelangt, sich nach der Geburt nicht verschließt.

Durch Druckerhöhung (Pressen beim Stuhlgang, heben schwerer Lasten) im rechten Vorhof kann sich die Vorhofscheidewand kurzfristig öffnen. Falls Gerinnsel im Venensystem (meist im Beinvenensystem) bestehen und diese sich lösen gelangen sie mit dem Blutstrom zum rechten Vorhof und gelangen dann durch das PFO in den linken Vorhof und weiter in die linke Herzkammer. Von dort gelangen sie in das arterielle Gefäßsystem. Die Folgen sind Störungen der Blutzirkulation (Gefäßverschlüsse), die u.a. zu Schlaganfall, Darminfarkt oder Verschlüssen von Arm- und Beingefäßen führen können.

Damit die o.g. gesundheitlichen Schäden nicht eintreten werden Vorhofscheidewandefekte seit langem frühzeitig operativ angegangen. Etablierte Methode ist heutzutage interventionell mittels Rechtsherzkatheter beide Vorhofscheidewanddefekte (ASD und PFO) mittels Implantation eines „Doppelschirmchen“ (siehe Bild) zu beheben. Es wird dabei in örtlicher Betäubung nach Punktion der Leistenvene über ein spezielles Kathetersystem das „ Doppelschirmchen“ unter Ultraschall (TEE) und radiologisch so in den Vorhofscheidewanddefekt platziert, dass der Defekt dadurch verschlossen wird.

Die Defektgröße wird zuvor zur Auswahl der Größe des Schirmchen radiologisch mittels eines Messballons ermittelt. Das „Doppelschirmchen" ist größer als der Defekt, sodass es mit stabilem Sitz den Defekt überdeckt. Diese Behandlung wird von uns seit Jahren routinemässig durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik.

Prof. Werner führte in Darmstadt bereits erfolgreich die Behandlung von hochgradigen Mitralklappenstenosen in Form der „Perkutanen Mitral-Ballonvalvuloplastie“ ein.

Diese Behandlungsmöglichkeit ist heute bei geeigneten Patienten die Methode der ersten Wahl zur Behandlung einer Mitralstenose.

Hierbei wird über Zugangswege in der Leiste ein Inoue-Ballonkatheter in den linken Vorhof über einen Führungsdraht eingeführt. Anschließend wird der Katheter in das Mitralklappenostium eingeschwemmt und mit einer vorher getesteten Flüssigkeitsmenge für wenige Sekunden bis zu einem bestimmten Durchmesser aufgeblasen. Abschließend wird der transmitrale Gradient und die Klappenöffnungsfläche bestimmt.

Die Erfolgsrate bei dieser Methode beträgt 90 bis 95 Prozent, in den meisten Fällen lässt sich die Mitralöffnungsfläche verdoppeln und der vorher vorhandene Druckgradient halbieren - dies alles ohne Eröffnung des Thorax bei wachen, ansprechbaren Patienten.

Die verkalkende Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) ist der häufigste Herzfehler. Betroffen sind überwiegend ältere Patienten, die meistens weitere Erkrankungen wie Einschränkung der linksventrikulären Herzfunktion, eingeschränkte Nierenfunktion und erhöhter Lungengefäßblutdruck (pulmonale Hypertonie) aufweisen.

Das Operationsrisiko zum üblicherweise durchzuführenden Aorten-klappenersatz ist bei diesen Patienten erhöht. Mit der Aufweitung der Aortenklappe mittels Ballondilatation kann bei diesen Patienten eine Symptomreduktion (Verbesserung der Luftnot) und Steigerung der Leistungsfähigkeit und damit eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden. Die Prognose der Patienten ändert sich damit nicht.

Auch dieser Eingriff wird an unserer Klinik mit Erfolg durchgeführt.

Für die Aufweitung spezieller Engstellen der Herzkranzgefäße stehen Rotablation und Laserangioplastie in unserer Klinik zur Verfügung und werden routinemäßig eingesetzt.

Gelegentlich erweist sich eine Engstelle (Stenose) eines Herzkranzgefäßes aufgrund einer starken Gefäßverkalkung für die Ballonaufweitung nicht beseitigbar. Hier kommt dann der Rotablator, der aus einem mit Diamanten besetzten Bohrkopf (Bohrkopfgröße 1,25 – 2,5 mm) besteht, zum Einsatz. Dieser wird über einen zuvor platzierten Führungsdraht im Herzkranzgefäß zum Stenosebereich geführt.

Der Bohrkopf wird durch eine Druckluftturbine mit 150000-190000 Umdrehungen/Min. angetrieben und der verkalkte Bereich abgetragen. Nach Beseitigung des verkalkten Materials wird die Engstelle dann wieder für den Ballon aufweitbar mit anschliessender Stentimplantation.

Auch die Laserangioplastie hat in unserer Klinik ihren festen Platz. Der Laser erzeugt hochenergetische Laserstrahlen, er wird ebenfalls über einen zuvor im Herzkranzgefäß platzierten Führungsdraht zum Stenose oder Verschlussbereich vorgeführt. Durch gepulste Abgabe hochernergetischer Laserstrahlen werden Ablagerungen (Plaques), die z.B. bei einem chronischen Verschluss eines Herzkranzgefäßes das gesamte Gefäßlumen verlegen, sodass es unmöglich ist nach erfolgreicher Passage des Gefäßverschlusses einen Ballonkathter nachzuschieben, beseitigt. Das zuvor durch Plaquematerial verlegte Gefäßlumen wird somit neu kreiiert und ist einer Ballondilatation wieder zugänglich mit nachfolgender Stentimplantation.

Die Ergometrie (Syn.: das Belastungs-EKG) steht am Anfang der Stufendiagnostik der koronaren Herzkrankheit. Sie ist eine einfache, nicht invasive Methode, bei der unter körperlicher Belastung zusätzliche Informationen zum Ruhe-EKG gewonnen werden können.

Indikationen sind:

  • Brustschmerz unter Belastung - Ausschluss einer Mangelduchblutung des Herzens unter Belastung (Belastungskoronarsinsuffizienz)
  • Suche nach bisher asymtomatischen Patienten - z.B. bestimmte Berufsgruppen (Piloten, Busfahrer etc.)
  • Bestimmung des Schweregrades der MangeldurchblutungVerlaufsbeurteilung unter Medikation, nach Operation und Intervention (z.B. Dilatation)
  • Beurteilung der Belastbarkeit des Patienten

Die Belastung kann an der Kletterstufe, auf dem Laufband oder auf dem Fahrradergometer sitzend oder liegend erbracht werden. Üblicherweise wird mit einer der normalen Leistungsfähigkeit angepassten Leistungsstufe begonnen und schrittweise gesteigert. Nach jeder Belastungsstufe werden Blutdruck, Befindlichkeit und EKG geprüft. Abbruchkriterien sind das Erreichen der submaximalen Herzfrequenz, das Auftreten von Beschwerden, ein exzessiver Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen oder eindeutige Ischämiezeichen im EKG.

Ebenso wird die Stressechokardiographie (medikamentös mit Dobutamin) als Belastungstest zur Erkennung von Durchblutungsstörungen des Herzens eingesetzt.

In unserer Klinik wird üblicherweise sitzend auf dem Fahrrradergometer belastet, wie in obiger Abbildung zu sehen ist. Für gleichzeitige invasive Messungen, z.B. mit einem Pulmonaliskatheter zur Druckmessung im Lungenkreislauf, steht ein Ergometer mit Liegefläche zur Verfügung. Dies ist jedoch nur für spezielle Fragestellungen (z.B. Belastungsluftnot ohne Nachweis einer Durchblutungsstörung am Herzen) nötig und kommt daher seltener zum Einsatz.

Herzschrittmacher und Defibrillatorimplantation

In der Schrittmacherambulanz werden nach Implantation eines Herzschrittmachers die nötigen Kontrollen und Programmierungen vorgenommen. Neben der Prüfung der regelhaften Funktion (Reizschwelle, Empfindlichkeit, Ansprechverhalten und weitere typabhängige Funktionen) werden bei den heute üblichen multiprogrammierbaren Schrittmachern, die vom Schrittmacher registrierten Daten ausgewertet (Telemetrie). Die regelmäßige Kontrolle, nach Implantation zunächst in 3-monatigen, später in halbjährlichen und jährlichen Abständen, dient außerdem dazu, die Energieabgabe der chronischen Reizschwelle anzupassen, um so die Lebensdauer der Aggregate deutlich zu verlängern.

Neben den üblichen Herzschrittmachern werden in unserer Schrittmacherambulanz (teilweise auch unter Intensivüberwachungsbedingungen auf unserer Intensivstation) auch ICD (implantierte cardioverter Defibrillatoren) Aggregate überprüft und eingestellt. Dies sind Schrittmacher, die neben den normalen Schrittmacherfunktionen auch für die Erkennung und Behandlung von Episoden ventrikulärer Tachykardien oder Kammerflimmern fähig sind. Bei Erkennung gibt diese Schrittmacherart die programmierten Stimulations-, Cardioversions- und Defibrillationstherapien ab.

ICDs (Ein- und Zweikammer) werden sowohl nach überlebter lebensgefährlicher Herzrhytmusstörung (Kammertachykardie, Kammerflimmern) sekundärprophylaktisch implantiert. Studienlagen gestützt werden diese Systeme auch primärprophylaktisch, also zur Prävention des plötzlichen Herztodes durch lebensbedrohende Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit schwergradig verminderter Herzleistung (EF unter 30-35%) implantiert.

Zunehmend werden biventrikuläre ICD–Syteme (Stimulation von rechter und linker Herzkammer) zur Verbesserung der Herzfunktion bei zuvor mittels echokardiographischer (Herzultraschall) Kriterien ausgewählter Patienten implantiert.

Die erhobenen Daten werden per EDV erfaßt und gespeichert und stehen so bei jeder Nachkontrolle zur Verfügung. Auch außerhalb der Sprechstunden kann notfallmäßig bei Störungen des Schrittmachers darauf zurück gegriffen werden. Trotzdem sollte jeder Schrittmacherträger den mit entsprechenden Angaben versehenen Schrittmacherausweis immer bei sich tragen. In den Funktionsräumen stehen von allen Herstellern Prüf- und Programmiergeräte zur Verfügung. Üblicherweise wird bei jeder Prüfung der nächste Kontrolltermin vereinbart und im Schrittmacherausweis vermerkt. Sollten Sie den Termin nicht einhalten können bzw. einen neuen vereinbaren wollen, so könnte dies unter folgender Telefon-Nr.: 06151/ 1076425 oder 6427.

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Seit 1999 werden in unserem Herzkatheterlabor auch elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z.B. WPW-Syndrom, AV-Knoten-Re-entry-Tachykardie etc.) durchgeführt bzw. die erkannte Herzrhythmusstörung therapiert. Das Prinzip dieser Therapiemethode besteht allgemein darin, daß über einen im Herzen plazierten Elektrodenkatheter kontrollierte Veränderungen von elektrisch leitfähigem Herzgewebe erreicht werden soll. Diese Veränderungen sollen die bestehende Rhythmusstörung ursächlich unterbinden oder die Beschwerden der Rhythmusstörung mindern.

In Abhängigkeit des Ursprungs der Herzrhythmusstörung werden dabei Katheterplazierungen in einer oder mehreren Herzvorkammern oder Herzhauptkammern notwendig. Das Vorbringen der Katheter erfolgt über die Punktion eines venösen oder arteriellen Gefäßes nach vorheriger lokaler Betäubung der Punktionsstelle. Die Untersuchung erfolgt unter der Bedingung einer medikamentösen Blutverdünnung, um die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen zu vermeiden. Der Umfang und die Dauer dieser Maßnahmen während und nach der Untersuchung ist von der Art und des Umfangs des Eingriffes abhängig.

Als Energieform zur Katheterablation wird Hochfrequenzstrom eingesetzt. Die Anwendung dieser Energieform im Herzen ist meistens schmerzfrei. Manche Patienten verspüren während der Stromabgabe ein leichtes Brennen in der Brust, Schmerz- und Beruhigungsmittel stehen jeder Zeit zur Verfügung.

Die Katheterablation von Herzrhythmusstörungen ist eine sehr sichere Methode mit einer sehr hohen Erfolgsrate, Komplikationen treten nur sehr selten auf.

Für Patienten, die beispielsweise durch einen ausgedehnten Herzinfarkt in ein Herz-Kreislauf-Versagen (kardiogener Schock) geraten sind steht eine Reihe von Herzkreislaufunterstützungssystemen zur Verfügung, die differenziert eingesetzt werden.

Der Autopulse ist ein externes System, das ähnlich einer manuell durchgeführten Herzdruckmassage arbeitet. Über einen Gurt der um den Brustkorb des Patienten gelegt wird, wird der Brustkorb mit einer Frequenz von 100/min komprimiert und damit ein ausreichender Kreislauf aufrecht erhalten.

Die intraaortale Ballongegenpulsation (IABP) ist ein internes Herzkreislaufunterstützungssystem. Sie wird über die Leistenarterie in die Hauptschlagader (Aorta) des Patienten platziert. Das System besteht aus einem Ballon-Katheter, der rasch mit Helium in der Diastole des Herzen gefüllt und rasch vor Beginn der Systole entleert wird. Es kommt hierbei zu einer verbesserten Blutversorgung des Herzen und zugleich zu einer Entlastung der Herzarbeit. Damit lässt sich bei vielen Patienten im Herzkreislaufversagen ein ausreichender Kreislauf erzeugen für die anschließende Aufweitung (Ballondilatation) des verschlossenen Herzkranzgefäßes, das zu dem Herzinfarkt geführt hat.

Die Impella ist ein weiteres internes Herzkreislaufunterstützungssystems, das ebenfalls über eine Leistenarterie eingeführt wird. Das Kathetersystem wird so in der linken Herzkammer platziert, dass es das Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader pumpt und damit das Herz entlastet. Dies geschieht über eine kleine Turbine, die in dem Katheter eingebaut ist. Es wird ein Herzzeitvolumen von 2,5 bis 5 l/Min. erzeugt. Damit wird ein stabiler Kreislauf erzeugt für die anschließende Ballondilatation des verschlossenen Herzkranzgefäßes.

Die Impella wird bei uns auch zur Herzkreislaufstabilisierung bei komplexen Eingriffen an den Herzkranzgefäßen (z.B. am Hauptstamm) eingesetzt, so dass der Eingriff bei stabilen Herzkreislaufverhältnissen durchgeführt werden kann.

Das Klinikum Darmstadt beteiligt sich aktiv an der Aktion "Kampf gegen den Herztod“ der Björn Steiger Stiftung und führt Schulungen in Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Frühdefibrillation für Laien, Betriebe und Behörden durch.

Die Schulungen werden von langjährig erfahrenen Notärzten und Rettungsassistenten durchgeführt und als 8-stündiger Grund- und 4-stündiger Auffrischungskurs angeboten.

Inhalte der Schulung, die mit einem Zertifikat abgeschlossen wird, sind:

  • Plötzlicher Herztod, Epidemiologie und Pathophysiologie
  • Wiederbelebungskette und Stellenwert der Defibrillation
  • Funktion von halbautomatischen Defibrillatoren
  • Rechtliche und organisatorische Voraussetzungen
  • Algorithmen zur CPR und Frühdefibrillation
  • Gerätekunde und -einweisung nach MPG
  • Fallsimulationen Frühdefibrillation
  • Praxis der cardiopulmonalen Reanimation nach aktuellen Leitlinien
  • Einzel- und Gruppenübungen mit Reanimationspuppen
  • Fehlervermeidung und Problemlösung
  • Lernzielkontrolle
Kontakt

Medizinische Klinik I – Kardiologie Sekretariat des Klinikdirektors:
Frau Grochalski 

Tel.: 06151 - 107 6401

Für Patienten, die dauerhaft Marcumar® oder andere orale Antikoagulantien einnehmen müssen, bietet die Medizinische Klinik I einen mehrstündigen Schulungskurs an, in dem Sie unter ärztlicher Anleitung erlernen, die Antikoagulation mit Cumarinderivaten selbst zu steuern.

Der Kurs erfolgt nach den Standards der Arbeitsgemeinschaft "Selbstkontrolle der Antikoagulation" (ASA) mit dem Gerinnungsmesser CoaguCheck® XS der Firma Roche Diagnostics.

Schwerpunkte der Schulung sind:

  • Grundzüge der Blutstillung und Blutgerinnung
  • Verständnis der Marcumarwirkung
  • Was ist der INR-/Quick-Wert?
  • StörfaktorenEinfluß von Diät und anderen Faktoren
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • überlappende Heparintherapie (vor und nach Operationen)
  • Verhalten in besonderen Situationen wie Reisen, Sport, Krankheit etc.
  • Wiederholtes Einüben der Dosiskorrekturen
  • Praktisches Üben mit dem Patientenmessgerät

Zielsetzung der Schulung ist es, geeigneten Patienten Kenntnisse und praktische Erfahrungen zu vermitteln, die notwendig sind, um sicher aktuelle Gerinnungswerte mit Hilfe von CoaguChek® XS zu ermitteln, erforderliche Dosiskorrekturen gezielt vorzunehmen und auf mögliche Probleme angemessen zu reagieren.

Das Schulungszentrum übernimmt im Bedarfsfall vorab administrativen Aufgaben zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen und stellt bei erfolgreicher Schulungsteilnahme das Schulungszertifikat aus.

Kontakt

Sekretariat des Klinikdirektors:
Frau Grochalski
Tel.: 06151 - 107 6401

Im weiteren Sinne gehört auch die Medizinische Notfallambulanz zur Funktionsabteilung. Die Medizinische Ambulanz übernimmt die Verteilung der stationär eingewiesenen Patienten auf die verschiedenen internistischen Stationen im Hause. Notfälle werden schnellstmöglich versorgt, nötige Untersuchungen und Therapien eingeleitet, falls notwendig, kann die Betreuung auf der nahe gelegenen Intensivstation fortgesetzt werden.

Auf der Medizinischen Intensivstation werden sämtliche lebensbedrohliche internistische Krankheitsbilder behandelt bzw. gefährdete Patienten überwacht etc.; Schwerpunkte sind auch hier die Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufes, wie zum Beispiel akuter Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen.

Weitere Informationen

Medizinische Klinik I

Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Tel.: 06151 - 107 6401
Fax: 06151 - 107 6496

gerald.werner@mail.klinikum-darmstadt.de

Direktor

Prof. Dr. med. Gerald Werner

Tel.: 06151 - 107 6401