Nicht nur die Leber, auch die Bauchspeicheldrüse kann verfetten. Dieses sogenannte „Pankreaslipomatose“ verursacht meist keine Beschwerden und wird häufig zufällig im Ultraschall oder MRT entdeckt. Lange galt dieser Befund als harmlos – heute weiß man, dass er medizinisch relevant ist.
Eng verbunden ist die Bauchspeichel- (Pankreas-) Verfettung mit dem metabolischen Syndrom. Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und insbesondere ein gestörter Zuckerstoffwechsel spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine dauerhaft hohe Zuckerzufuhr, vor allem durch Süßigkeiten, Softdrinks und stark verarbeitete Kohlenhydrate, führt zu wiederholten Blutzucker- und Insulinspitzen. Zucker wird vermehrt in Fett umgewandelt und lagert sich nicht nur im Bauchraum, sondern auch in Organen, wie der Bauchspeicheldrüse und Leber ab. Die Insulinproduktion verschlechtert sich weiter – ein gefährlicher Teufelskreis.
Zunehmend rückt auch der Zusammenhang mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs in den Fokus. Große Studien zeigen, dass Menschen mit einem stark verfetteten Pankreas ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Eine aktuelle prospektive MRT-Studie konnte nachweisen, dass eine ausgeprägte Fettablagerung in der Bauchspeicheldrüse das Risiko für bestimmte Formen des Pankreaskrebses um ein Mehrfaches erhöht.
Vermutet werden chronische Entzündungsprozesse u.a. durch Lipotoxizität und schädliche Fettabbauprodukte im Drüsengewebe.
Die gute Nachricht: Die Pankreasverfettung ist kein Schicksal. Weniger Zucker, eine mediterrane Kost, Gewichtsreduktion, tägliche kardioaktive Bewegung und auch eine gute Blutzuckereinstellung können das Risiko senken.
