Apotheke des Klinikums

Die Apotheke des Klinikums Darmstadt trägt die Verantwortung für die Versorgung des Klinikums mit Arzneimitteln und unterstützt mit einer Reihe von klinisch-pharmazeutischen Dienstleistungen Ärzte und Pflegekräfte, um beim Patienten eine adäquate und sichere Anwendung von Arzneimitteln sicher zu stellen.

Im Rahmen der pharmazeutischen Logistik beliefert die Apotheke das Klinikum selbst und drei weitere Krankenhäuser (insgesamt rund 1400 Betten) mit Fertigarzneimitteln, selbst hergestellten Medikamenten, Verbandstoffen, Nahtmaterial, medizinischen Gasen und in-vitro Diagnostika zeitnah und bedarfsgerecht.

In zwei Herstellungslabors wird sowohl im Rahmen einer Großfertigung als auch in Einzelanfertigung ein großes Spektrum an Arzneimitteln hergestellt. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die patientenindividuelle Herstellung von Zytostatika dar, die in einem eigens dafür konzipierten Labor ausgeführt wird. Für öffentliche Apotheken bieten wir auch die Herstellung applikationsfertiger Zytostatika an.

Die Apotheke bietet mit einer Vielzahl von Datenbanken allen Ärzten und Pflegekräften eine objektive und von externen Anbietern unabhängige Arzneimittelinformation. Die Apothekerinnen und Apotheker, darunter vier Fachapothekerinnen und -apotheker für Klinische Pharmazie, sind an der hausinternen Fort- und Weiterbildung beteiligt. Die Apotheke ist Weiterbildungsstätte sowohl für Klinische Pharmazie als auch für Arzneimittelinformation.

Funktionsbereiche der Apotheke

Pharmazeutische Logistik

Auf der Basis eines effektiven Vertragsmanagements hält die Apotheke ein Standardsortiment von Medikamenten (Positivliste) vorrätig, dessen Zusammensetzung durch die Arzneimittelkommision festgelegt wird. Dieses Gremium, in dem der Apothekenleiter und die Chefärzte vertreten sind, wählt dabei nach den Kriterien Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivität aus. Dadurch ist die Apotheke ein für die Wirtschaftlichkeit des Klinikums Darmstadt bedeutender Faktor, weil sie alle für das Klinikum wichtigen ökonomischen Kriterien berücksichtigt.

Sollten Medikamente erforderlich sein, die im Standardsortiment nicht enthalten sind, werden sie innerhalb von wenigen Stunden zur Verfügung gestellt. Falls diese in Deutschland nicht verfügbar sind, werden sie kurzfristig importiert.

Alle Stationen und Teileinheiten des Klinikums werden durch einen eigenen Transportservice regelmäßig beliefert. Sonderbestellungen können innerhalb weniger Minuten ausgeführt werden; ein Service, den nur eine eigene Klinikapotheke bietet.

Arzneimittelherstellung

In zwei Herstellungslabors stellen die Mitarbeiter der Apotheke eine Vielzahl von Arzneimitteln als Großherstellung (Defektur) oder im Rahmen einer Einzelanfertigung (Rezeptur) her. Viele Arzneimittel werden von der Industrie aus wirtschaftlichen Erwägungen für kleine Patientengruppen nicht oder zu einem nicht akzeptablen Preis hergestellt. Durch die individualisierte Herstellung und die Entwicklung neuer Arzneimittel und Arzneiformen in der Apotheke des Klinikums macht sich das Klinikum Darmstadt in dieser Hinsicht weniger abhängig von der Industrie und gewährleistet die Versorgung mit speziellen patientenorientierten Zubereitungen von gleich bleibend hoher Qualität zu günstigen Konditionen.

Zur Produktpalette gehören Defekturarzneimittel wie Salben, Lösungen zur innerlichen und äußerlichen Anwendung, Kapseln, Augentropfen und Labordiagnostika. Für die individualisierte Therapie einzelner Patienten, zum Beispiel aus der Neugeborenen-Intensivstation, der Augenklinik und der Hautklinik werden Sonderanfertigungen hergestellt.

Die für die Eigenherstellung von Arzneimitteln benötigten Ausgangssubstanzen werden im analytischen Labor der Apotheke auf die vom Deutschen Arzneibuch vorgeschriebene Qualität hin untersucht. Zur Gehaltsbestimmung werden unter anderem moderne spektroskopische Methoden wie UV- und IR-Spektroskopie eingesetzt. Die von uns selbst hergestellten Medikamente unterziehen wir vor der Freigabe einer analogen Prüfung. Auch Fertigarzneimittel werden von uns stichprobenweise untersucht.

Zytostatikaherstellung

Zytostatika dienen der Tumorbehandlung, bergen bei ungeschütztem Umgang, jedoch auch erhebliche gesundheitliche Risiken. Deshalb werden Zytostatika zentral in der Apotheke des Klinikums unter besonderen technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen hergestellt.

In einem für diesen Zweck besonders ausgestatteten Reinraumlabor stellen speziell geschulte Mitarbeiter der Apotheke für alle Tumorpatienten des Klinikums und der mitversorgten Häuser die Zytostatika her. Für jeden Patienten wird dabei eine eigene Infusion oder Spritze zubereitet, die das Arzneimittel in der gewünschten patientenindividuellen Dosis enthält.

Das 2005 neu erbaute Zytostatikalabor erfüllt die neuesten sicherheitstechnischen Anforderungen und kann hinsichtlich seiner Betriebsabläufe mit einem modernen Operationssaal verglichen werden. Alle Produktionsschritte werden durch ein Qualitätssicherungssystem überwacht, das sicherstellt, dass ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit und Produktqualität resultiert.

Vorteilhaft ist, dass durch die hohe Qualität der hergestellten Zytostatika nicht applizierte Zytostatika-Infusionen wieder verwendet werden können. Durch die zentralisierte Herstellung fallen nahezu keine Restmengen an teuren Zytostatika an. Beide Aspekte tragen zur Umweltschonung bei und reduzieren sehr effizient Beschaffungs- und Entsorgungskosten.

Pro Jahr stellen wir rund 18000 Zytostatika-Infusionen und -fertigspritzen her.

Blick ins Zytostatikalabor

Klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen

Mit klinisch-pharmazeutischen Dienstleistungen unterstützt die Apotheke Ärzte und Pflegekräfte bei der Pharmakotherapie, mit dem Ziel, daß das richtige Arzneimittel, zur richtigen Zeit in der richtigen Dosis am richtigen Patienten angewendet wird.

In der Apotheke erhalten Ärzte und Pflegepersonal Informationen zu allen Fragen der medikamentösen Therapie und der sachgerechten Anwendung von Arzneimitteln. Diese umfassen Fragen zu Wechsel- und Nebenwirkungen, Stabilität frisch hergestellter Parenteralia, Sondengängigkeit von Tabletten, Verfügbarkeit ausländischer Medikamente u. a. Dazu recherchieren wir in elektronischen Datenbanken wie DRUGDEX, ABDA-Datenbank, DIMDI, kontaktieren Herstellerfirmen und nutzen das apothekeneigene Archiv mit Printmedien. Ebenso unterstützen wir den behandelnden Arzt bei der Sammlung und Weiterleitung unerwünschter Arzneimittelwirkungen (Pharmakovigilanz) und leisten so einen Beitrag zur Patientensicherheit.

Darüber hinaus halten Apothekerinnen und Apotheker im Rahmen der hausinternen Fortbildung Vorträge vor Ärzten und Pflegepersonal und unterrichten an der klinikeigenen Krankenpflegeschule. Auch ist die Apotheke an der Durchführung klinischer Studien beteiligt. In einigen Fällen werden die dafür benötigten Arzneimittel bei uns hergestellt. Apotheker sind Leiter oder Mitglieder von Kommissionen und interdisziplinären Qualitätszirkeln, darunter die Arzneimittelkommission, die Hygienekommission, der Arbeitskreis Wundbehandlung und das Ernährungsteam. Sie tragen damit eine Mitverantwortung bei der Etablierung von Behandlungsstandards.

Die Apotheke trägt zur Kostenkontrolle und Verbrauchssteuerung bei den im Klinikum angewandten Arzneimitteln bei (Pharmakoökonomie). Neben der sorgfältigen Arzneimittelauswahl wird dies sowohl durch Preisverhandlungen, Marktbeobachtung und Direkteinkauf als auch durch die Auswertung von Kosten/ Nutzen-Studien und die Erstellung von Verbrauchsstatistiken erzielt, die der Budgetplanung für die jeweiligen Klinikdirektoren dienen. Auch durch die kostenstellenbezogene Retourenbearbeitung begrenzen wir den Umfang der Arzneimittelkosten. Dies erfolgt auch im Rahmen von regelmäßigen Stationsbegehungen, die sicherstellen, dass möglichst keine Arzneimittel verfallen und keine unverhältnismäßig großen Lagerbestände auf Station entstehen.

Weitere Informationen

Apotheke des Klinikums Darmstadt

Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

Tel.: 06151 - 107 5600
Fax: 06151 - 107 5619

Leitung

Sonja Bartel

Tel.: 06151 - 107 5600

Arzneimittelausgabe und Arzneimittelinformation

Tel.: 06151 / 107 - 5605

Rezeptabrechnung und Informationen zur Zuzahlung

Tel.: 06151 / 107 - 5617

Zertifiziert durch Cert iQ