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Angiologie, Gefäß- und Endovascularchirurgie

Angiologie

Mit modernsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden in der Angiologie Erkrankungen der Arterien und Venen, Gefäßverschlüsse an den Beinen, Armarterienerkrankungen, Gefäßerkrankungen der Halsschlagadern, Thrombosen und chronische Venenerkrankungen diagnostiziert und behandelt.

Uns stehen schonende Ultraschallverfahren zur Untersuchung der Arterienverkalkung sowie zum Nachweis oder Ausschluss von Thrombosen zur Verfügung. Die Kernspin-Angiographie zur Gefäßdarstellung, die Sauerstoffmessung oder die mikroskopische Untersuchung des Blutflusses in den Kapillaren sind weitere wenig belastende diagnostische Verfahren. Sie ermöglichen es, schnell und schonend für jede/n Patient*in die richtige Diagnose zu stellen.

In enger Zusammenarbeit mit der Radiologie und der Gefäßchirurgie wird im Rahmen des Gefäßzentrums des Klinikums Darmstadt für jeden einzelnen Patient*in individuell das beste Therapieverfahren ausgewählt.

  • Aufdehnen von Arterienverschlüssen in Becken und Oberschenkel sowie im Unterschenkel, im Arm und der Halsschlagader. (Kooperation mit dem Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin).
  • Venenthrombosen werden in unserer Klinik mittels Ultraschall schnell und zuverlässig diagnostiziert. Die anschließende Therapie kann teilweise ambulant erfolgen.
  • Für die Behandlung von Problempatienten mit Thromboseneigung und Gerinnungsstörungen (Thrombophilie) konnten in der Klinik wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, die gerade diesen Problempatienten bei der Entscheidung über die optimale gerinnungshemmende Behandlung helfen können.
  • Neue gerinnungshemmende Mittel, die nicht die Nachteile des bisher häufig verwendeten „Marcumar“ aufweisen, werden hier wissenschaftlich untersucht.
  • Auch für die schwierige Problemstellung der Thrombosevorbeugung und -behandlung in der Schwangerschaft liegen in der Angiologischen Klinik die weltweit größten Erfahrungen vor.
  • Schwere Durchblutungsstörungen der Beine, die bereits zu einem Geschwür und offenen Stellen an den Füßen geführt haben, werden interdisziplinär mit Aufdehnungskatheter, ggf. mit Gefäßstütze („Stent“), Gefäßoperationen (z.B. Bypass-OP) und medikamentöser Therapie (z.B. Prostaglandine oder Antibiotikagabe direkt in die Schlagader) behandelt. Die weltweit größte Studie zur Verhinderung von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Amputationen nach diesen Eingriffen wird für Europa von der Darmstädter Gefäßklinik aus geleitet.
  • Die Kombination von Durchblutungsstörungen und Diabetes hat ein besonders hohes Risiko für Fußgeschwüre. Diese Patienten werden in enger Zusammenarbeit mit der Diabetesabteilung speziell versorgt.
  • Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefäße (z.B. an den Fingern) und der kleinsten Gefäße („Kapillaren“) werden hier u.a. mit dem Kapillarmikroskop diagnostiziert und die Behandlung erfolgt häufig gemeinsam mit den dermatologischen, rheumatologischen und nephrologischen Abteilungen.

Die Voruntersuchungen und die Nachbetreuung finden in enger Abstimmung mit den Hausärzten und den niedergelassenen Fachärzten statt.

In Deutschland sterben jedes mehr als 40.000 Menschen an den Folgen von Thrombosen. Das sind Blutgerinnsel, die die Venen regelrecht "verstopfen". Wenn sich diese ablösen, können sie in die Lunge wandern und dort eventuell zu einer Embolie führen. Experten sagen, viele dieser Todesfälle könne man verhindern? Aber wie? Wie kann man Thrombosen überhaupt erkennen? Wie behandelt man sie am besten? Darüber hat der Hessische Rundfunk mit einem Thrombosepatienten und mit Prof. Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am Klinikum Darmstadt und Wissenschaftlicher Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose gesprochen: https://www.hr-inforadio.de/podcast/fit-und-gesund/podcast-episode17012.html

Unter einem Lymphödem versteht man die Schwellung des Unterhautfettgewebes mit Stau der Lymphflüssigkeit, wenn Lymphgefäße, die beim Gesunden die Gewebeflüssigkeit aufsammeln verstopft, zerstört oder nicht ausreichend kräftig angelegt wurden. Es handelt sich um eine eher seltene Erkrankung (ca. 15 pro 10.000 Menschen) und kann entweder angeboren oder erworben sein. Bei den angeborenen Störungen, zumeist Frauen, liegt eine Unter- oder Fehlentwicklung der Lymphgefäße vor und meistens kommt es etwa ab dem 17. Lebensjahr zum Auftreten eines Lymphödems.

Aber auch bestimmte Lymphknotenerkrankungen, Verletzungen, Bestrahlungen oder Tumorerkrankungen können zu einem Lymphödem führen. Anfangs zeigt sich nur eine Schwellung, z.B. an den Beinen oder Armen, später kann es zu einer Gewebeverhärtung und schließlich zu ausgedehnten Schwellungen mit starke Gewebeverfestigung, starker Hornhautbildung und Risiko für Wundrosen (Erysipel) kommen, die ihrerseits auch wieder das Lymphödem verschlimmern können, so dass letztlich ein Teufelskreis entsteht (siehe Abbildung).

Wichtig sind hier die gründliche angiologische Diagnostik und Abklärung der Ursachen, sowie eine frühzeitige und konsequente physikalische Therapie mit Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung, um schwerere, dann irreversible Stadien dieser fortschreitenden Erkrankung zu verhindern.

Das Mikrozirkulationslabor der Angiologischen Klinik untersucht das Kapillarsystem bei Erkrankungen, die mit Gefäßkrämpfen oder Entzündungen einhergehen. So gelingt es, bestimmte Erkrankungen in einem sehr frühen Stadium, noch bevor Veränderungen im Blut nachweisbar sind zu erkennen und die rechtzeitige Behandlung einzuleiten. Sauerstoff- und Flussmessung im Gewebe ergänzen das Spektrum der Mikrozirkulationsmethoden.

Raynaud´sche Erkrankung

(Weißfingererkrankung)

Durch anfallsartige Gefäßkrämpfe der kleinen Finger- oder Zehenarterien kann es zu Durchblutungsstörungen der Hände oder Füsse kommen, zum Teil mit initialer Weißverfärbung, anschließender Blau-Grau-Verfärbung und später - als Folge der Wiedereröffnung der Gefäße und verstärkter Durchblutung – zu einer oft auch schmerzhaften Rötung von Fingern oder Zehen (sogenanntes Tricolore-Phänomen). Die Dauer der Anfälle beträgt durchschnittlich ca. 30 Minuten. Man bezeichnet diese Symptomatik als Raynaud-Phänomen. Die Erkrankung tritt häufig bei jungen Frauen auf und wird besonders durch Kälte, emotionalen Stress oder bestimmte Medikamente ausgelöst, und ist in den meisten Fällen vom Verlauf her harmlos.

Andererseits kann es auch, z.B. im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen, Gefäßentzündungen und anderen Grunderkrankungen zu dauerhaften Verschlüssen der Finger- oder Zehenarterien kommen. In diesen Fällen reicht u. U. die Durchblutung nicht mehr aus, und es können Läsionen und offene Stellen an Fingern oder Zehen entstehen. Hier ist eine intensive angiologische Diagnostik und Abklärung erforderlich, sowie meist eine intensive Infusionsbehandlung mit Medikamenten zur Erweiterung und Neubildung von Gefäßen, um eine Abheilung zu erreichen Im Arsenal des Gefäßmediziners gibt es Vielzahl von Medikamenten, die bei dieser schwereren Verlaufsform eingesetzt werden können, häufig in enger Zusammenarbeit mit dem rheumatologischen Spezialisten, wenn es sich um eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) handelt.

Die Röntgenuntersuchung von Blutgefäßen unter Zuhilfenahme von Kontrastmittel ist unverzichtbar für die eindeutige Diagnosefindung und Dokumentation bei Durchblutungsstörungen, insbesondere vor Katheterbehandlung oder Operationen. Mit Ausnahme des Herzens werden Blutgefäße aller Körperregionen und Organe untersucht. Die Klinik verfügt über eine hochmoderne Röntgenanlage für die digitale Subtraktionsangiographie, welche eine Erstellung und Auswertung der Bilder noch während der laufenden Untersuchung ermöglicht. Durch Vorfilterung der Röntgenstrahlen, gepulste Durchleuchtung und durchleuchtungsfreie Einblendung wird zudem eine erhebliche Herabsetzung der Strahlenbelastung ermöglicht.

Bei Funktionseinschränkung der Nieren oder Schilddrüsenüberfunktion kann zur Vermeidung von Komplikationen durch herkömmliche jodhaltige Kontrastmittel unter Verwendung von Kohlendioxyd dennoch eine Untersuchung durchgeführt werden.

Die Behandlung von Durchblutungsstörungen mit Kathetermethoden nimmt im therapeutischen Spektrum der Klinik einen breiten Raum ein. Bei entsprechender Anzeige werden Katheterbehandlung im arteriellen und venösen Gefäßsystem, mit Ausnahme des Herzens, vorgenommen, z.B. als Ballondilatation, Stentimplantation einschließlich der Behandlung von Aneurysmen und Fistelausschaltung. Rotationsangioplastie, perkutane Atherektomie, Katheterthrombolyse und Aspirationsembolektomie sowie temporäre und permanente Implantation von Cavafiltern sind wichtige Hilfsmethoden, die zur Verfügung stehen.

Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Wiederöffnung von Unterschenkelarterien bei weit fortgeschrittenen arteriellen Durchblutungsstörungen dar. Die Erfolgsquote der Wundheilung bei schweren Durchblutungsstörungen ist in unseren Händen 80%, das heißt deutlich höher als anderen Orts. In geeigneten Fällen können einfachere Eingriffe auch ambulant durchgeführt werden.

In den letzten Jahren wurden vererbbare Störungen des Gerinnungssystems entdeckt, die dazu führen können, dass das Risiko für das Auftreten einer Thrombose oder Lungenembolie erhöht ist.

In der Normalbevölkerung finden sich diese Störungen etwa bei 5 bis 10%, untersucht man aber Patienten die bereits eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten hatten, so finden sich diese Störungen in über 50% (siehe Abbildung).

Gerade wenn Thrombosen oder Lungenembolien ohne äußeren Auslöser (wie zum Beispiel Operation, Bettlägerigkeit, Verletzung, Gipsverband u.ä) aufgetreten sind, insbesondere bei jungen Menschen, kann eine thrombophilie Gerinnungsstörung zugrunde liegen.

Die entsprechende Gerinnungsdiagnostik kann im Zentrallabor des Klinikums erfolgen.

Wichtig ist (auch schon vor Veranlassung einer entsprechenden Untersuchung!) die ausführliche Beratung der Patienten, insbesondere auch über die Möglichkeiten zur Prophylaxe und Therapie bei Vorliegen einer Thrombophilie.

Besonders wichtig ist diese Beratung und Abklärung im Zusammenhang mit Schwangerschaft, weil hier einerseits das Thromboserisiko deutlich erhöht ist, andererseits aber die Möglichkeiten zur Thromboseprophylaxe in der Schwangerschaft eingeschränkt sind: Schließlich muss nicht nur der Schutz und die Sicherheit der Mutter, sondern auch des Kindes gewährleistet sein.

In der angiologischen Klinik des Klinikums Darmstadt wurde in den vergangenen Jahren die weltweit größte Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Heparin bei Hochrisikoschwangerschaften durchgeführt: über 800 Frauen mit akuter Thrombose oder Lungenembolie, oder erhöhtem Thromboserisiko in der Schwangerschaft wurden mit Heparin behandelt. Die Studie zeigte eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie und fand international große Beachtung.*

In jüngster Zeit wurde auch ein Zusammenhang der oben genannten Thrombophilie mit dem Auftreten von schweren Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburten, Plazentainsuffizienz, Präeklampsie und HELLP- Syndrom beobachtet, so dass in besonderen Fällen nicht nur zur Thromboseprophylaxe, sondern auch zur Verhütung von Schwangerschaftskomplikationen Heparin oder Aspirin eingesetzt wird.

In der Sprechstunde von Prof. Bauersachs werden Frauen mit diesen Risikobedingungen beraten und behandelt.

* Literatur:

Bauersachs RM, Dudenhausen J, Faridi A, Fischer T, Fung S, Geisen U, Harenberg J, Herchenhan E, Keller F, Kemkes-Matthes B, Schinzel H, Spannagl M, Thaler CJ for the EThIG Investigators: Risk stratification and heparin prophylaxis to prevent venous thromboembolism in pregnant women. Thromb Haemost. 2007 Dec;98(6):1237-45.

Bauersachs RM, Treatment of venous thromboembolism during pregnancy. Thrombosis Research 2009; 123: 45-50

Die Spezialstationen der Gefäßklinik nehmen schwer erkrankte Patienten auf, d.h. solche mit akuten Beinvenenthrombosen oder mit komplexen Arterienverschlüssen bei drohendem Arm- oder Beinverlust.

Da diese Patienten häufig zusätzlich mehrere andere Erkrankungen aufweisen, insbesondere auch Arteriosklerose der Herzkranzgefäße und der hirnversorgenden Gefäße, ist es nicht mit dem Eingriff am Gefäßsystem allein getan, sondern es muss eine fachgerechte Diagnostik und Therapie der anderen Krankheiten gewährleistet sein, um Komplikationen vorzubeugen.

Das Spektrum der verwendeten Methoden reicht je nach Art der Gefäßerkrankung von der Gabe durchblutungsfördernder Infusionen mit biologischen Wirkstoffen über die Auflösung von Thromben bis hin zur Wiedereröffnung von verschlossenen Gefäßen mittels Ballonkathetern und Einsetzen von Innenstützen. Ärzte und Pflegepersonal sind in der Versorgung komplizierter Wunden trainiert.

Da nicht jeder arterielle Verschluss und nicht jede Thrombose durch angiologische Maßnahmen alleine beseitigt werden kann, wird eine enge Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie und der Interventionellen Radiologie gepflegt, sodass Patienten mit Gefäßerkrankungen alle modernen Möglichkeiten der Gefäßmedizin zur Verfügung stehen.

Das Ultraschalllabor verfügt über alle modernen Verfahren, wie Doppler, Duplex und farbcodierten Duplex. Mit diesen Methoden können die Gefäße und der Blutfluß sichtbar und hörbar gemacht werden.

Die Untersuchung ist ungefährlich und nicht belastend. Sie arbeitet nach einem Prinzip, das die Natur häufig verwendet, z.B. bei Delphinen und Fledermäusen zur Ortung von Hindernissen.

Ultraschallbild einer Thrombose: Gezeigt ist ein Längsschnitt in der Leiste.

Während die Schlagader rot mit durchströmtem Blut dargestellt wird,
ist die daneben liegende Vene grau; d.h. kein Blutfluss (Thrombose)

Für Patienten mit Durchblutungsstörungen der Arterien bietet das Klinikum Darmstadt ein von Physiotherapeuten betreutes Gehtraining an. Ziel des Trainings ist es, die Durchblutung zu fördern und die Bildung von Umgehungsgefäßen anzuregen. Dabei werden die Laufeinheiten individuell an die Patienten angepasst.

Das Training sollte zweimal täglich jeweils eine halbe Stunde dauern und ohne Schmerzen absolviert werden. Die Laufstrecke beträgt 90% der Anzahl der Schritte, die die Patienten schmerzfrei laufen können und wird innerhalb der Trainingseinheit wiederholt zurückgelegt. Dieses sehr effektive Gehtraining wird von den Physiotherapeuten begleitet und geschult.

Gefäß- und Endovascularchirurgie

In der Gefäß- und Endovascularchirurgie werden sämtliche Eingriffe an Arterien und Venen durchgeführt, die außerhalb des Herzens und Gehirns liegen und ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden können.

Behandlungsschwerpunkte

Schwerpunkte unserer Arbeit sind die gefäßchirurgische Versorgung verengter Halsschlagadern (Carotisstenose) in örtlicher Betäubung zur Vermeidung eines Schlaganfalls sowie die Behandlung krankhafter Erweiterungen der Hauptschlagader und sonstiger Schlagadern, vor allem im Brust- und Bauchraum.

Hierbei kommen neben den klassischen operativen Verfahren modernste endovasculäre Techniken zum Einsatz, die für die Patient*innen meist schonender sind und den stationären Aufenthalt im Krankenhaus gegenüber einer „offenen“ Operation deutlich verkürzen.

Ein besonderer Fokus unserer Tätigkeit liegt in der Wiederherstellung der Durchblutung bei akuten oder chronischen Verschlussprozessen (embolische Gefäßverschlüsse, sog. Schaufensterkrankheit, PAVK) der Becken- und Beinschlagadern. Dabei werden neben der offen chirurgischen Therapie kurzstreckige Engstellen zumeist mit interventionellen Kathetertechniken behandelt. Durch lokale Ausschälplastiken und besonders durch Anlage von Bypässen gelingt es, auch langstreckige Gefäßverschlüsse erfolgreich zu überbrücken und so, auch in vermeintlich „aussichtslosen“ Fällen, den Erhalt des Beines zu sichern.

Weitere Behandlungsschwerpunkte stellen die Anlage von Gefäßzugängen (Ciminofistel, Shunt) für die Blutwäsche (Dialyse), die Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms und selbstverständlich auch die operative Versorgung des Venensystems bei Krampfadern (Varizen) dar. Als Wundspezialisten sind wir Ansprechpartner*innen für die Behandlung von Patient*innen mit chronischen Wundproblemen.

Die Operation kann in Vollnarkose oder Lokal- bzw. rückenmarksnaher Anästhesie erfolgen.

Über Schnitte in den Leisten werden die Leistenschlagadern freigelegt. Drähte und Katheter werden über die Leistengefäße eingeführt und die Prothese unter Röntgen-Kontrolle schrittweise im Aneurysma und den benachbarten Gefäßsegmenten freigesetzt. Anschließend werden die Drähte, Schleusen und Katheter wieder komplett aus dem Blutgefäß entfernt. Die Leistenschlagadern werden übernäht und eine Kontrolle der Durchblutung der Beine durchgeführt. Zuletzt werden die Hautschnitte in den Leisten wieder verschlossen.

Nach der Operation müssen Sie etwa drei bis vier Tage im Krankenhaus bleiben. In regelmäßigen Abständen werden Kontrollen mittels Kontrastmittel-Ultraschalluntersuchung oder Computertomografie durchgeführt, um die Dichtigkeit der Prothese und ihre Lage im Körper zu überprüfen.

Ballondilatation und Stentimplantation von verengten oder verschlossenen Arterien sind minimal-invasive, interventionelle Verfahren, die angewendet werden an den Schlagadern der Nieren, des Darmes und den Becken- und Beinschlagadern. Diese Verfahren ermöglichen es in vielen Fällen, den Blutfluss wiederherzustellen oder zu verbessern. Sie können bequem mit operativen Eingriffen, z. B. mit der Ausschälung der Leistenschlagader – Femoralisthrombendarteriektomie oder Umleitungsoperation bei Verschluss der Oberschenkelarterie kombiniert werden, um so das Ausmaß der Operation zu begrenzen und die Anzahl der durchgeführten Eingriffe im Interesse eines höheren Patientenkomforts zu minimieren.

Zur Beseitigung der Gefäßverengungen und -verschlüsse wird ein Kathetersystem über die Leistenschlagader eingeführt. Das Kathetersystem wird dann unter Röntgenkontrolle bis an den Ort der Verengung vorgeführt. Die Verengung oder der Verschluss werden vorsichtig mit einem feinen Draht überwunden, der als eine Art Schiene für weitere Katheter (Ballonkatheter, Stentkatheter, Angiografiekatheter usw.) dient. Über den Draht wird nun ein Ballonkatheter bis an die Engstelle oder den Verschluss vorgeschoben und derselbige aufgedehnt (dilatiert). Manchmal kann zusätzlich die Auflösung von Blutgerinnseln mit einem Medikament erforderlich sein, das über einen millimeterdünnen Katheter in das Gerinnsel eingespritzt wird (Lyse). Meist wird zusätzlich eine innere Gefäßstütze aus Metallmaschen (Stent) eingesetzt. Auch dies geschieht über das eingeführte Kathetersystem. Ist die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, wird der Katheter aus der Leistenarterie entfernt. Falls das Blutgefäß nicht zugenäht wird, muss, um eine Blutung aus dem kleinen Loch in der Leistenschlagader zu verhindern, die Leiste zunächst durch den Arzt abgedrückt (20 Minuten, je nach Größe des Katheters) und anschließend ein Druckverband angelegt werden. Mit diesem muss der Patient je nach Größe des Katheters sechs bis zwölf Stunden strenge Bettruhe einhalten.

Die Ergebnisse der Gefäßbehandlungen sind abhängig von der erkrankten Gefäßregion, andererseits vom Ausmaß des Gefäßbefalls durch die Arteriosklerose. So wird zwar häufig eine vollständige Beseitigung der Beschwerden erreicht, manchmal kommt es jedoch auch nur zu einer Milderung der Beschwerden.

Bei der Behandlung von Beckenarterieneinengungen wird ein unmittelbarer Erfolg bei über 95 Prozent der Patienten erreicht, wobei über 90 Prozent der Patienten in den ersten fünf Jahren keine erneute Behandlung benötigen. Bei kurzstreckigen Gefäßengstellen und -verschlüssen der Oberschenkel- und Kniegelenksarterien beträgt die unmittelbare Erfolgsrate 70 bis 80 Prozent bei einem Langzeiterfolg von etwa 60 bis 70 Prozent. Schlechtere Ergebnisse finden sich aufgrund der geringen Gefäßdurchmesser bei Erkrankungen der Unterschenkelarterien.

Minimal-invasive Verfahren

Minimal-invasive Verfahren in der Behandlung von Gefäßerkrankungen stellen eine gute Alternative oder auch Ergänzung zu den klassischen offenen Operationen dar. Die Behandlung erfolgt über einen kleinen Einschnitt oder nur eine Punktion mit Hilfe von Kathetern durch implantierbare Stents oder Stent-Prothesen und kann erforderlichenfalls mit einem klassischen offenen Operationsverfahren kombiniert werden (Hybridoperation).

Offene Operationen

Wir versuchen unseren Patient*innen immer eine besonders schonende Behandlung anzubieten. Leider ist in vielen Fällen eine offene Operation unumgänglich. Um Sie vor Ihrem Aufenthalt bei uns so optimal wie möglich zu informieren, wollen Ihnen nun die häufigsten Operationen erläutern.

Die Operation wird routinemäßig unter lokaler Betäubung des Halses beim wachen, schmerzunempfindlichen Patienten durchgeführt.

Nachdem ein schräger Schnitt an der Halsseite angelegt wurde, wird die Halsschlagader und ihre Aufzweigung freigelegt und vorübergehend abgeklemmt. Die Halsschlagader wird nun an der Gabel eröffnet, die Ablagerungen entfernt und das Gefäß wieder verschlossen.

Die Operationswunde wird mit selbstauflösenden Fäden verschlossen.

Das größte Risiko der Operation besteht im Auftreten eines Schlaganfalls während oder nach der Operation.

Wird die Halsschlagader während der Operation abgeklemmt, kann der Arzt mit dem wachen Patienten sprechen und so eventuelle Veränderungen des Befindens, die auf eine Mangeldurchblutung des Gehirns hinweisen können, frühzeitig feststellen. Stellen sich derartige Symptome ein, wird eine vorübergehende Gefäßumleitung hergestellt, die unmittelbar vor der endgültigen Naht der Halsschlagader und dem Öffnen der Klemmen wieder entfernt wird.

Auf Wunsch des Patienten kann die Operation selbstverständlich auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. In diesem Fall wird die vorübergehende Gefäßumleitung regelhaft hergestellt.

Nach der Operation kann der Patient in aller Regel nach weiteren zwei bis drei Tagen entlassen werden.

Die Wundheilung am Hals dauert etwa zwei Wochen. Da sich der Hautfaden von selbst auflöst, muss er nicht entfernt werden. Blutergüsse und Schwellungen sind bis dahin meist abgeklungen. Halsschmerzen können mit gewöhnlichen Schmerzmitteln (Ibuprofen, Diclofenac, Metamizol) gut behandelt werden. Vor Entlassung wird eine abschließende Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader durchgeführt und eine fachneurologische Kontrolluntersuchung avisiert. Zur Verhinderung weiterer Gefäßkomplikationen sollte der Patient dauerhaft Acetylsalicylsäure (ASS 100) einnehmen.

Die operative Behandlung des Bauchaortenaneurysmas wird seit über 50 Jahren durchgeführt und stellt in unserer Klinik einen Routineeingriff dar. Aneurysmen, die bis an die Nierenarterien oder darüber hinaus reichen bedeuten eine aufwändigere Operation, da es hier zu einer Durchblutungsminderung der Nieren und Darmarterien kommt.

Bei der offenen Operation wird nach Eröffnung des Bauchraumes ober- und unterhalb der Aufweitung der Hauptschlagader das Blutgefäß abgeklemmt und längs eröffnet. Als Ersatz des erkrankten Gefäßabschnittes wird eine Kunststoffgefäßprothese (Rohr- oder Y-Prothese) mittels feiner Nähte an die verbliebenen Gefäßenden angenäht. Nach Entfernung der Klemmen und Freigabe des Blutstromes wird die ursprüngliche Arterienwand zum Schutz der umgebenden Organe um die Prothese drapiert. Die Operationsdauer beträgt etwa zwei bis drei Stunden.

Nach der Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht. Der gesamte Krankenhausaufenthalt beträgt etwa 8 bis 14 Tage. Die Erholungsphase bis zur Arbeitsfähigkeit nimmt mindestens vier Wochen in Anspruch.

Das Heben schwererer Lasten (Getränkekasten o.ä.) sollte für die Dauer von 3 Monaten vermieden werden.

Verengungen und Verschlüsse der Aorta und der Beckengefäße

Bei Verengungen und Verschlüssen der Aorta und der Beckengefäße, die nicht mehr durch eine Ballondilatation und Stents behandelt werden können, muss eine Y-Prothese implantiert werden. Die Operation erfordert auf jeden Fall eine Vollnarkose. Der Bauchraum muss eröffnet werden, um die Hauptschlagader freizulegen. Ebenso müssen die Leistenschlagadern freigelegt werden. Als Ersatz des erkrankten Gefäßabschnittes wird eine Kunststoff-Gefäßprothese (Y-Prothese) mit feinen Nähten an die Gefäß angenäht. Die Wunden werden schichtweise wieder verschlossen.   

Die Operationsdauer beträgt zwei bis drei Stunden, nach der Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht. Der gesamte Krankenhausaufenthalt dauert etwa 8 bis 14 Tage.


Bei Verschlüssen der Becken- und Beinarterien

Die Umleitungsoperationen erfordern in den meisten Fällen eine Vollnarkose, da die Operationsdauer oft zwei bis drei Stunden beträgt und die notwendigen Schnitte ausgedehnt sind.


Ausschälung der Leistenschlagader - Femoralisthrombendarteriektomie

Die Ausschälung der Leistenschlagader (Thrombendarteriektomie (TEA) mit Einnähen eines Flicken aus Polyester (Patchplastik) ist ein gefäßchirurgischer Routineeingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird und zwischen 1 und 2 Stunden dauert.   

Über einen Leistenschnitt wird die Schlagader mit ihrer Aufzweigung freigelegt, abgeklemmt und eröffnet. Nach Ausschälen der Ablagerungen werden die Gefäße mit dem Flicken wieder verschlossen.   

Der stationäre Aufenthalt beträgt in aller Regel nicht länger als 1 Woche. Postoperativ empfehlen wir die lebenslange Einnahme von ASS 100 und für 6 Wochen Clopidogrel (Plavix® oder Iscover®).   

Die Operation kann sehr gut mit einer Katheterintervention der Becken- oder auch Ober- und Unterschenkelschlagadern kombiniert werden (Hybridoperation)


Umleitungsoperation bei Verschluss der Oberschenkelarterie

Zur Überbrückung eines Verschlusses der Oberschenkelarterie wird eine Umleitung aus körpereigenen Vene oder - falls nicht verfügbar - mit Kunststoff durchgeführt. Der Bypass verläuft zwischen der Schlagader in der Leiste (Arteria femoralis) und der Knieschlagader (Arteria poplitea) als sog. „femoro-poplitealer Bypass".

Ist auch die Knieschlagader auf Ihrem gesamten Verlauf verschlossen muss der Bypassanschluss auf eine Unterschenkel- oder sogar Fußschlagader erfolgen. Wir führen - wo immer es geht - die Bypassoperation mit körpereigener Vene vom selben Bein, aber auch vom anderen Bein oder Armvenen durch, da Kunststoffbypässe eine wesentlich schlechtere Offenheitsrate haben.   

Die Operationsdauer variiert sehr stark und kann viele Stunden in Anspruch nehmen, weil die Eingriffe zum Teil sehr aufwändig sind und immer mit einer Qualitätskontrolle i. S. einer Angiografie oder Duplexsonografie beendet werden. Um die Eingriffsdauer zu verkürzen, operieren ggf. mehrere Operationsteams gleichzeitig.  

Auch die Dauer des stationären Aufenthaltes kann sehr unterschiedlich sein, beträgt jedoch meist Regel zwischen einer und zwei Wochen.

Das Prinzip der operativen Behandlung von Krampfadern (Varizen) besteht in der Ausschaltung veränderter Venenabschnitte und in der Unterbrechung der nicht funktionstüchtigen Verbindung des oberflächlichen zum tiefen Venensystem (Perforansvenen).    

Das klassische Herausziehen (Strippen) der Stammvene (Babcock-Operation), bei der die erkrankte oberflächliche Vene über einen kleinen Leistenschnitt und einen weiteren kleinen Hautschnitt am Unter- bzw. Oberschenkel gezogen wird, ist eine Standardoperation, die in aller Regel ambulant durchgeführt werden kann. Varikös erweiterte Seitenäste der Stammvene werden über weitere kleinere Stichinzisionen entfernt.    

Postoperativ sollte ein speziell angepasster Kompressionsstrumpf für 4 bis 6 Wochen getragen werden.

In Deutschland werden ca. 67.000 Patienten dialysiert. Damit die Dialysebehandlung, die dreimal wöchentlich erfolgt, innerhalb von ca. 4 Stunden beendet werden kann, ist es notwendig einen Zugang zum Gefäßsystem zu schaffen, der jährlich 260 mal angestochen werden kann und das Umsetzen von ca. 400 – 800 ml Blut/Minute gestattet.    

Dieser Gefäßzugang besteht in einer Kurzschlussverbindung zwischen einer Schlagader und einer oberflächlichen Vene (AV-Fistel). Aufgrund ihrer biologischen Regenerationsfähigkeit ist die arterialisierte Eigenvene das beste Gefäß für chronische Punktionen. Wegen ihrer begrenzten Funktionsdauer soll die AV-Fistel möglichst viele Folgeeingriffe ermöglichen.    

Der Standardeingriff besteht daher zunächst in der Herstellung einer Verbindung zwischen der Unterarmschlagader (Arteria radialis) und einer Unterarmvene, die an der Daumenseite verläuft.    

Der Eingriff wird üblicherweise unter lokaler Betäubung durchgeführt. Der Hautschnitt verläuft unmittelbar oberhalb des Handgelenks. Nachdem die Vene durchtrennt und der untere Teil blind verschlossen worden ist, wird sie zur Arterie hin umgeschlagen und mit ihr verbunden.    

Nach ca. 3 bis 4 Wochen ist sie in aller Regel so gut entwickelt, dass sie erstmals zur Dialyse verwendet werden kann.