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Psychosomatische Institutsambulanz (PsIA)

Anfang des Jahres 2021 wurde der rechtliche Rahmen für die Einrichtung Psychosomatischer Institutsambulanzen (PsIA) in Hessen geschaffen. Dies ermöglicht den Schluss einer Lücke in der psychotherapeutischen Versorgung zwischen (teil-) stationärer und ambulanter Behandlung. Auch die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Klinikum Darmstadt GmbH bietet ab September 2021 die Behandlung im Rahmen einer PsIA an.

Die PsIA bietet Ihnen, falls eine übliche ambulante psychotherapeutische Begleitung nicht ausreicht, eine intensive psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung, in der sowohl verbale als auch non-verbale Therapieverfahren zum Tragen kommen. Die PsIA bietet die Möglichkeit einer komplexen Behandlung auch unter Beibehaltung einer strukturgebenden Berufstätigkeit an.

Das Indikationsspektrum umfasst dabei:

Diagnoseliste I

zusätzlich muss eine ursächlich mitverantwortliche somatische Diagnose vorliegen (z.B. Tumorerkrankung und Depression, Bluthochdruck und (Kopf-)Schmerzen, Rheumatische Erkrankung und Schmerzen, Degenerative Wirbelsäulenerkrankung und Schmerz )

  • F32 Depressive Episode
  • F33 Rezidivierende depressive Störung
  • F34 Anhaltende affektive Störungen
  • F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
  • F60 Spezifische Persönlichkeitsstörungen
  • F61 Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen
  • F62 Andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder Krankheit des Gehirns
  • F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
  • F64 Störung der Geschlechtsidentität

Diagnoseliste II - keine weitere Diagnose erforderlich

  • F44 Dissoziative Störungen
  • F45 Somatoforme Störungen

Die Aufnahme in die PsIA kann entweder nach stationärer oder teilstationärer Behandlung erfolgen (innerhalb von 14 Tagen) oder per Überweisung durch  Fachärzt*innen für Psychiatrie oder Psychosomatik bzw. einen ärztlichen Psychotherapeut*in erfolgen. 

Das Angebot der PsIA richtet sich dabei an Patient*innen mit komplexen Erkrankungsbildern, welche einer multimethodalen Behandlung bedürfen. Im Rahmen individuell formulierter Therapieziele wird ein Behandlungsplan erstellt, dessen individuelle Bestandteile zwischen Patient*in und Therapeut*innenteam abgestimmt werden.

  • Einzelpsychotherapie.

    Nach individuellem Bedarf erfolgen des Weiteren:
  • Gruppenpsychotherapie
  • Angehörigen- bzw. Paargespräche
  • Konzentrative Bewegungstherapie im Einzel- oder Gruppensetting
  • Kunsttherapie im Einzel- oder Gruppensetting
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Biofeedback) im Gruppensetting
  • Training sozialer Kompetenzen im Gruppensetting
  • Skillstraining im Gruppensetting
  • Rezeptive Musiktherapie Im Gruppensetting
  • Psychoedukative Veranstaltungen im Gruppensetting zu spezifischen Diagnosen und Symptomkomplexen
  • Ärztliche Betreuung (ggf. somatische Untersuchungen, EKG- und Laborkontrollen, psychiatrische Pharmakotherapie)
  • Co-Therapeutische Begleitung durch das Pflegeteam (Einzeltrainings, Essbegleitung, Anleitung und Auswertung geführter Selbstbeobachtungsprotokolle, Bezugspflegegespräche, pflegerische Gruppenangebote)
  • Sozialdienstliche Betreuung

Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Assistenzärzte in fortgeschrittener Weiterbildung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachpflegepersonal, Kreativtherapeuten (Kunsttherapie, Konzentrative Bewegungstherapie), Sozialpädagoge.

Das therapeutische Angebot der PsIA umfasst ein hochfrequentes, ambulantes Setting, welches mindestens 10 therapeutische Kontakte bei mind. 3 Berufsgruppen innerhalb von 3 Monaten beinhalten muss. 

Die nachstationäre Behandlung, im Anschluss an eine voll- oder teilstationäre Therapie, ist über ein halbes Jahr möglich. Bei einer Behandlung nach Überweisung durch einen Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie oder Psychosomatik bzw. ärztlichen Psychotherapeut*in ist ein Jahr als möglicher Zeitrahmen vorgesehen. Mindestens halbjährlich ist jedoch die Indikation zu überprüfen und die Betreuung ggf. wieder in die Hände niedergelassener Vertragsärzte/Vertragsärztinnen, Vertragspsychotherapeut*innen oder Medizinische Versorgungszentren abzugeben. Entsprechend werden diesbezügliche Informationen im Rahmen der Berichtspflicht dem überweisenden niedergelassenen Arzt/Ärztin mindestens jährlich sowie bei Beendigung der Therapie im Rahmen eines umfassenden Therapieberichts mitgeteilt. Therapieverlängerungen (bspw. nach Ablauf des ersten Behandlungsjahres) bedürfen bei weiter bestehender Indikation einer erneuten Überweisung durch einen der genannten niedergelassenen Fachärzte/Fachärztinnen. 

Manche Patient*innen nehmen auch neben einer externen einzeltherapeutischen Begleitung ausschließlich an störungsspezifischen Angeboten der PsIA (bspw. spezielle Gruppenangebote für Patient*innen mit Essstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, somatoformen Störungen oder emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen) über mindestens 90 Minuten pro Woche teil. Sollte hier ein Bedarf bestehen, kann Ihre betreuende Therapeut*in mit uns gerne zwecks weiterer Planung Kontakt aufnehmen.

Sollten bspw. durch Fehlzeiten die o. g. Mindestanforderungen der hochfrequenten, ambulanten Behandlung nicht erfüllbar sein, endet die Behandlung in der PsIA.

Auch bei Antritt einer Rehamaßnahme oder Aufnahme einer Behandlung in einer psychiatrisch-psychosomatischen Akutklinik endet die laufende Anbindung an die PsIA. Bei weiterhin bestehender Indikation, kann sie im Verlauf nach erneuter Überweisung wieder aufgenommen werden.

Neben der Überweisung durch einer Fachärzt*in für Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu einer umfassenden Behandlung, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Patient*innen, welche sich bereits in ambulanter Behandlung befinden, zur Wahrnehmung störungsspezifischer Angebote bzw. Gruppen (bspw. für Patient*innen mit Essstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, somatoformen Störungen oder emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen) an die PsIA anzubinden, während die ambulante Psychotherapie ohne Unterbrechung weiterläuft. Diese Leistungen haben einen wöchentlichen Umfang von mindestens 90 Minuten. Die Institutsambulanzen können diese, insbesondere gruppentherapeutischen Angebote, auf Basis des §118 Absatz 3 SGB V anbieten. Bitte beachten Sie hierzu die aktuellen Therapieangebote unserer Ambulanz auf unseren Internetseiten. Die ambulanten Leistungen werden gemäß §120 Absatz 2 Satz 2 SGB V (Vergütung ambulanter Krankenhausleistungen) abgerechnet. Falls Sie Interesse an einer diesbezüglichen Kooperation haben, sprechen Sie uns gerne an.

Für weitere Auskünfte und Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Link: 2019_09_19_Aenderungsvereinbarung_zur_PIA-Vereinbarung.pdf (gkv-spitzenverband.de)