„Bisher haben wir Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, mit einer thermischen Ablation behandelt. Das bedeutet, mit flüssigem Kühlmittel wurde die Herzmuskelzellen im Bereich der Pulmonalvenen, die für die unerwünschten Signale, die zu dem Vorhofflimmern führen, zerstört, so dass die elektrische Leitung in den Vorhof unterbrochen war. Jetzt machen wir die Herzmuskelzellen, die das Flimmern auslösen, mit hochenergetischen Impulsen unschädlich“, erklärt Dr. Thomas Keuser, Sektionsleiter der Elektrophysiologie in der Medizinischen Klinik I.
Der Vorteil dieses neuen Verfahrens ist, dass umliegende Strukturen wie die Speiseröhre oder der Zwerchfellnerv unbeschädigt bleiben. Die PFA geht selektiv nur das Gewebe an, das für das Vorhofflimmern verantwortlich ist. Der Eingriff ist somit schonender und risikoärmer für Patientinnen und Patienten. Am grundsätzlichen Verfahren der Ablation ändert sich nichts. Es ist eine minimalinvasive Behandlung, bei der flexible Schläuche über die Leiste durch die Blutgefäße in das Herz eingeführt werden. Elektroden an den Spitzen der Schläuche übertragen dann Wärme, Kälte oder elektrische Energie, um die Zellen zu behandeln. Während der Behandlung sind die Patient*innen sediert.
„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses moderne Verfahren jetzt im Klinikum anbieten können“, sagt Prof. Dr. Philip Wenzel und fährt fort: „Vorhofflimmern ist eine Störung der elektrischen Aktivität des Herzes, bei der das Herz unregelmäßig schlägt. Die Betroffenen leiden häufig unter Erschöpfung, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, Schwindelgefühl und Herzrasen. Nicht selten kommen die Patienten notfallmäßig, und können mit diesen Beschwerden direkt in unserer CPU aufgenommen werden.“
„Wir haben das Verfahren weltweit bei mehr als einer Million Menschen angewandt und haben damit eine gute Studienlage und sehr gute Ergebnisse“, sagt Thomas Danch von der Firma Boston Scientific, die das Verfahren entwickelt hat und das Gerät am Klinikum mit Schulungen einführt.
