Lachgas (N2O) hat sich in den letzten Jahren als Partydroge verbreitet. Konsumenten sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die Lachgas auf Partys oder bei Zusammenkünften im Freien konsumieren. Lachgas ist leider leicht erhältlich, zum Teil über Automaten, Verkaufsstellen, aber auch über das Internet.
Problematisch ist die fehlende Aufklärung bezüglich der Nebenwirkungen von Lachgas. Des Weiteren gibt es bisher auch keine kontrollierte Abgabe und Kontrollen. Dies alles kann dazu führen, dass die gesundheitlichen Risiken der Lachgasinhalation unterschätzt werden, insbesondere bei jungen Menschen.
Besonders perfide ist die Anreicherung von Lachgas mit fruchtigen Aromastoffen, die explizit auf den Missbrauch durch Jugendliche abzielt. Lachgas wird inzwischen in großen Kartuschen geliefert, die mehrere hunderte Inhalationen ermöglichen. Diese leeren Kartuschen findet man inzwischen auch in Darmstadt achtlos weggeworfen auf dem Boden liegen, so zum Beispiel auch im Herrngarten.
Die gesundheitlichen Risiken durch Lachgas sind nicht zu vernachlässigen. Im Klinikum Darmstadt wurden bereits Patienten mit Lachgasschäden behandelt.
Lachgas kann einerseits zu Gefrierverletzungen der Lippe, des Mundes, aber auch der Atemwege führen. Die Inhalation von Lachgas verdrängt den Sauerstoff aus der Lunge, die Folge sind Schwindel und Bewusstseinsverluste, aber bei langfristiger Inhalation auch bleibende neurologische Schäden durch Sauerstoffmangel im Gehirn.
Lachgas kann aber auch durch Beeinträchtigung des Vitamin B12 - Stoffwechsels zu Schäden an peripheren Nerven mit Taubheitsgefühlen und Lähmungen führen. Des Weiteren kann die Lachgasinhalation den Blutdruck und die Herzfrequenz beeinflussen, selbst schwere Herzrhythmusstörungen wurden hierunter beobachtet. Durch die Wirkung von Lachgas wird die Koordination beeinträchtigt, es kann zu Stürzen und Unfällen kommen, die besonders im Straßenverkehr gefährlich sein können.
Neben den körperlichen gibt es aber auch psychische Auswirkungen. Von den Konsumenten gewünscht ist das Gefühl von Wohlbefinden, Euphorie und gar Halluzinationen. Es kommt zu einer Verzerrung der Wahrnehmung, insbesondere die Realitätswahrnehmung ist gestört. Dieses Gefühl ist für viele junge Konsumenten besonders attraktiv und kann zu wiederholtem Konsum führen. Leider kann Lachgas auch Psychosen auslösen.
Durch die Verfügbarkeit von Lachgas in sehr großen Gasflaschen kann es in der Gruppe leicht zu einem Gruppenzwang kommen.
Die Konsumenten haben das Gefühl, dass sich der Körper von der Realität trennt. In dieser Zeit ist das Urteilsvermögen erheblich beeinträchtigt und kann zu gefährlichen Verhaltensweisen führen. Da die Wirkung jeweils nur kurzfristig ist, besteht das Verlangen von mehrfachen Inhalationen hintereinander. Insgesamt kann diese Situation zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Das Bedürfnis nach der schnell zu erreichenden euphorischen und halluzinatorischen Wirkung verstärkt den Drang Lachgas immer weiter zu konsumieren, was letztendlich in eine Sucht führen kann.
Zusammenfassend besteht eine relevante Gefährdung von Minderjährigen. Lachgas wird in dieser Gruppe häufig als ungefährlich wahrgenommen, was wiederum die Wahrscheinlichkeit für Missbrauch und gesundheitliche Schäden steigert. Des Weiteren sind sich Viele über die Gefahren des Lachgaskonsums nicht bewusst. Durch diese fehlende ausreichende Aufklärung und Prävention steigt das Risiko des Missbrauchs weiter.
Die langfristigen Auswirkungen einschließlich körperlicher und psychischer Schäden sind somit gravierend. Ein Verbot des Inverkehrbringens von Lachgas sowie des öffentlichen Konsums würde helfen die öffentliche Gesundheit zu schützen und insbesondere auch den Missbrauch von Jugendlichen einzudämmen.
Das Wissen um die Wirkung und Gefahren von Lachgas ist insbesondere für Eltern wichtig, die häufig die entsprechenden Zusammenhänge bisher nicht kennen.
