Der DaTSCAN kann insbesondere dann wichtige zusätzliche Informationen liefern, wenn bei Patientinnen und Patienten unklar ist, ob Beschwerden wie Zittern, Bewegungsverlangsamung oder andere Bewegungsstörungen durch eine Erkrankung des dopaminergen Systems verursacht werden.
Was ist ein DaTSCAN?
Bei der DaTSCAN-Untersuchung handelt es sich um ein spezielles nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren (¹²³I-Ioflupan-SPECT). Mit ihm lässt sich die Funktion bestimmter Nervenendigungen im sogenannten Striatum des Gehirns darstellen. Diese Nervenstrukturen sind Teil des dopaminergen Systems, das unter anderem eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Bewegungen spielt.
Bei Parkinson-Syndromen kann es zu einem fortschreitenden Verlust dieser dopaminergen Nervenendigungen kommen. Der DaTSCAN kann eine solche Veränderung sichtbar machen und damit Hinweise auf eine nigrostriatale Degeneration liefern.
Wann kann die Untersuchung sinnvoll sein?
Besonders hilfreich ist der DaTSCAN bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, bei denen die klinische Untersuchung allein keine eindeutige Zuordnung eines Parkinson- oder Tremor-Syndroms ermöglicht.
Die Untersuchung kann beispielsweise dazu beitragen, eine Störung des nigrostriatalen dopaminergen Systems nachzuweisen oder unwahrscheinlicher zu machen und dadurch die weitere neurologische Diagnostik und Therapieplanung zu unterstützen.
Ein wichtiger Baustein – aber keine alleinige Parkinson-Diagnose
Ein auffälliger DaTSCAN bedeutet nicht automatisch, dass eine bestimmte Form der Parkinson-Erkrankung vorliegt. Das Verfahren kann zwar eine Störung des nigrostriatalen dopaminergen Systems nachweisen, unterscheidet jedoch nicht zuverlässig zwischen verschiedenen neurodegenerativen Parkinson-Syndromen wie der idiopathischen Parkinson-Krankheit, Multisystematrophie (MSA), corticobasaler Degeneration (CBD) oder progressiver supranukleärer Blicklähmung (PSP).
Der DaTSCAN ist deshalb kein Ersatz für die neurologische Untersuchung. Er ergänzt vielmehr die ausführliche Anamnese, den klinisch-neurologischen Befund und – falls erforderlich – weitere bildgebende Untersuchungen.
Erweiterung der neurologischen Diagnostik am Klinikum Darmstadt
Mit der Einführung des DaTSCAN erweitert die Sektion Nuklearmedizin das diagnostische Spektrum des Instituts für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin um ein weiteres spezialisiertes Verfahren.
Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit unklaren Bewegungsstörungen eine möglichst umfassende Diagnostik aus einer Hand anzubieten und gleichzeitig niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine zusätzliche spezialisierte Untersuchungsmöglichkeit für ihre Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen.
Mehr Infos auf: Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin