Herzschmerzen, ein Engegefühl in der Brust, Leistungsverlust, Kurzatmigkeit – alles Symptome, die es schnell von einem Kardiologen abzuklären gilt. Einen immer größer werdenden Stellenwert in der Diagnostik bekommt die kardiale Magnetresonanztomografie und damit die Zusammenarbeit von Kardiologen und Radiologen. Lag die Zahl der dafür zertifizierten Kardiologen im Jahr 2012 noch bei 71, so ist sie auf 446 im Jahr 2021 gestiegen. Eine davon ist Dr. Souad Bazra. Die Oberärztin der Medizinischen Klinik I am Klinikum Darmstadt hat diese spezielle Weiterbildung erfolgreich absolviert und kürzlich das Zertifikat „Zusatzqualifikation Kardiale Magnetresonanztomographie – Level III“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) erhalten.
„Das Kardio-MRT ist eine bedeutende nicht invasive Bildgebungsmethode. Es liefert essenzielle Informationen für die Diagnose, Risikostratifizierung sowie Therapieplanung, insbesondere in der Ischämiediagnostik und in der Diagnostik der Herzinsuffizienz, der Kardiomyopathien und der Herzmuskelentzündung“, erklärt die Oberärztin. Ziel des Einsatzes der Kardio-MRTS ist es auch, den Einsatz diagnostischer und interventioneller Herzkatheteruntersuchungen gezielt zu steuern. Im Gegensatz zum Herzkatheter, in dem Röntgenstrahlen verwendet werden ist das Kardio-MRT strahlungsfrei.“
Die Patient*innen liegen während der Untersuchung in dem röhrenförmigen Scanner, der Magnetfelder erzeugt und Radiowellen aussendet. Die Signale werden von dem Körpergewebe zurückgesendet und von einer Software zu detaillierten 3D-Bildern verarbeitet. „Wir haben mit dem Kardio-MRT eine sehr gute räumliche Auflösung und Gewebekontrastierung des Herzens. Dadurch können wir die Wandbewegung und das Gewebe sehr gut einschätzen. Funktion und Morphologie können so in einer Untersuchung beurteilt werden, was einen großen Vorteil zu anderen Untersuchungen wie beispielsweise Echokardiographie oder Computertomographie darstellt“, erklärt die Kardiologin. Besprochen werden die Bilder gemeinsam von Kardiolog*innen und Radiolog*innen. Wichtig für den Einsatz des Kardio-MRTs ist allerdings die vorherige kardiologische Einschätzung der Patient*innen.
Das Kardio-MRT kann sehr gut bei der Diagnose der Koronaren Herzerkrankung, Kardiomyopathien, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündungen und Herztumoren eigesetzt werden.
Am Klinikum Darmstadt gibt es bereits eine von der Gesellschaft für Kardiologie zertifizierte Chest Pain Unit (Brustschmerz-Einheit), die dafür sorgt, dass Notfallpatient*innen mit Verdacht auf Herzinfarkt schnell und optimal versorgt werden. „Die richtige und schnelle Diagnose ist essentiell für die erfolgreiche Behandlung unserer Patient*innen. Hier fügt sich die Expertise in kardialer Bildgebung hervorragend ein. Ich bin sehr stolz, dass wir mit Frau Dr. Bazra eine Expertin auf diesem Gebiet in unserer Klinik haben“ sagt Professor Wenzel. Direktor der Medizinischen Klinik I.

