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Verein spendet 60 000 Euro für Muttermilchprojekt

Perinatalzentrum versorgt Frühchen mit gespendeter Muttermilch, um ihnen einen bessern Start zu ermöglichen

„Muttermilch ist die beste Ernährung für Neugeborene, und auch in besonderem Maße für Frühgeborene. Sie hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Nerven-, Verdauungs- und Immunsystems. Häufig ist es jedoch grade bei den Allerkleinsten der Mutter, aufgrund von Komplikationen, nicht möglich ausreichend eigene Milch zu produzieren oder diese darf aufgrund von Medikamenten nicht gegeben werden“, erklärt Dr. Katharina Henrich, Oberärztin der Neonatologie der Kinderkliniken.

Hier setzt das Konzept der Frauenmilchbank an. Ausgewählte Spenderinnen spenden Milch zur Versorgung dieser Kinder. In Hessen steht mit der hessischen Frauenmilchbank in Frankfurt bestehend aus einer Kooperation des Universitätsklinikums und des DRK Blutspendedienstes seit 2019 gespendete Milch zur Verfügung.

Seit Januar dieses Jahres ist das Perinatalzentrum am Klinikum Darmstadt Teil dieses Kooperationsnetzwerkes. Der Schwerpunkt Geburtshilfe der Frauenklinik und die Neugeborenen-Intensivstation der Klinik für Neonatologie  - eine Klinik der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret im Klinikum Darmstadt - bilden zusammen das Perinatalzentrum Südhessen LEVEL 1.

„Unsere Klinik ist sehr stolz, dass wir es nach ersten Anläufen 2021, ausgebremst durch die Corona Pandemie, nun ab Januar 2026 geschafft haben die Kooperation mit der Frauenmilchbank Frankfurt zu beginnen. Seitdem konnten bereits 18 Kinder unsere Klinik mit humaner Milch lückenlos versorgt werden, das kleinste Kind wog grade einmal 470 Gramm. Sieben Frauen konnten wir für die Spende ihrer Milch gewinnen“, sagt Dr. Georg Frey, Ärztlicher Leiter der Klinik für Neonatologie und Sprecher des Perinatalzentrums.

Möglich gemacht hat dies auch eine Spende in Höhe von 60 000 Euro von dem Darmstädter „Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt/Rhein-Main Neckar“. Humane Milch unterliegt in Deutschland strengen Verordnungen, analog beispielsweise zu Blutprodukten. Die Gewinnung, Testung und Aufbereitung der gespendeten Milch, Etikettierung und Logistik sind ein aufwendiger und somit auch kostenintensiver Prozess.

„Gespendete Muttermilch kostet pro Milliliter einen Euro. Diese Kosten werden bisher nicht übernommen, sondern die Kliniken müssen diese selbst finanzieren. Unser Ziel ist es, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten, so den Nutzen zu beweisen und mit diesen Ergebnissen dann die Kostenträger überzeugen zu können, die Kosten zu erstatten. Bis dahin hilft uns diese Spende sehr“, erklärt der Ärztliche Leiter.

Das Milchbankprojekt ist Teil des Konzeptes des Perinatalzentrums, Frühgeborenen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen, um so Spätfolgen zu vermeiden. Zum Gesamtkonzept gehören ebenso der BirthTrolley und ein Monitorsystem. Der BirthTrolley ist ein rollbarer Geburtstisch, der während eines Kaiserschnitts neben den Operationstisch gestellt wird. So kann das Kind in unmittelbarer Nähe zur Mutter abgelegt und versorgt werden und bleibt über die Nabelschnur mit ihr verbunden, damit verschafft das Geburtshelferteam dem Kind mehr Zeit, im Leben außerhalb des Mutterleibs anzukommen. Der BirthTrolley verfügt neben einer Wärmelampe über ein Monitoring wie EKG und Sauerstoffsättigung sowie alle notwendigen Geräte, um die Atemwege freihalten und bei Bedarf auch beatmen zu können. Dabei hilft auch ein spezielles Monitorsystem, mit dem Kindern, die überwacht werden müssen, länger bei ihren Müttern im Kreißsaal bleiben können. Kommt es zu einer Verschlechterung könne sie eingreifen, aber das Kind bleibt so lange wie möglich bei der Mutter. Beides wurde ebenfalls mit Spenden finanziert.

 

 

Infokasten:

Wer für dieses Projekt spenden möchte, kann dies auf folgendes Konto tun:

Darmstädter gemeinnützige Kinderklinikenbetriebs GmbH

IBAN DE 45508501500000640700