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Wie gesund macht gesundes Essen und Trinken?

Gesundheitstipp von Dr. Frank Staib, Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in der Med II

Im Ernährungsreport 2024 „Deutschland, wie es isst“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurde von 99% aller Befragten als wichtigster Aspekt der Ernährung angegeben, dass Essen – aus sehr nachvollziehbaren Gründen – gut schmecken soll. Für 97% der Befragten ist eine gesunde Ernährung wichtig. Was aber ist eine gesunde Ernährung? 

Zu diesem wichtigen Thema hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ein wunderbares und im Internet leicht zugängliches Infoblatt „Die DGE-Empfehlungen“ veröffentlicht. Diese Empfehlungen entsprechen zudem weitgehend der Mediterranen Diät, der seit mehr als einem Jahrzehnt in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen positive Effekte für die Gesundheit bescheinigt werden. So wurde beispielsweise eine Risikoreduktion für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen, wie z.B. Alzheimer und eine Reihe von Krebserkrankungen beschrieben.  

Was also zeichnen die DGE-Empfehlungen und die mediterrane Diät aus?

Ein hoher Verzehr von Gemüse, Früchten, Beeren, Vollkorn-Getreideprodukte, Hülsenfrüchten und Nüssen mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Ölen, allen voran kaltgepresstem Olivenöl, bildet den Großteil der empfohlenen Ernährung. Dabei liefern Obst und Gemüse reichlich Vitamine und Ballaststoffe sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Vollkornprodukte liefern zusätzlich große Mengen an Ballaststoffen und ergänzen die Vitamin- und Mineralienzufuhr. Hülsenfrüchte bringen zu alldem eine große Menge pflanzlichem Eiweiß mit. Hochwertige Öle ergänzen große Mengen an Fettsäuren und z.B. Vitamin E. 

Regelmäßig, aber in moderaten Mengen sollen tierische Produkte wie Fisch, als Lieferant für Fettsäuren, weißes Fleisch, Eier und Milchprodukte, vor allem wegen der hohen Anteile an Eiweiß, Calcium und Vitamin B2 verzehrt werden. Rotes Fleisch und Wurstwaren liefern Eisen und Spurenelementen wie Zink und Selen sollten insgesamt aber deutlich seltener gegessen werden, da sie bei häufigem Konsum das Risiko zahlreicher Erkrankungen erhöhen. Letzteres trifft auch auf Süßes, besonders Salziges und Fettiges zu, weshalb diese eher gemieden werden sollten. 

Als Getränk wird vor allem Wasser oder Kalorienfreie Getränke wie z.B. ungesüßter Tee empfohlen. So werden mit Zuckergesüßten Getränken meist unbewusst viele Kalorien zugeführt und für den gesundheitsschädigenden Einfluss alkoholischer Getränke gibt es keinen unbedenklichen, unteren Grenzwert. 

Weiterhin wird empfohlen, die Mahlzeiten zu genießen, da langsameres und bewusstes Essen das Sättigungsgefühl fördert. Abschließend empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: In Bewegung bleiben und auf das Gewicht achten! Bekanntermaßen senkt tägliche Bewegung das Risiko von Übergewicht und vielen weiteren Erkrankungen. 

Zahlen des Robert Koch-Instituts belegen, dass das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung UND das erforderliche Ausmaß körperlicher Aktivität deutliches Verbesserungspotential hat: In Deutschland haben 46,6% der Frauen und 60,5% der Männer Übergewicht und etwa 24 Prozent sind stark übergewichtig. Tendenz steigend. Die Zahlen sind alarmierend. 

Was aber können wir mit einer wirklich gesunden Ernährung und ausreichender körperlicher Aktivität erreichen?

Krebserkrankungen sind weltweit die zweithäufigste Todesursache. Wissenschaftler der Amerikanischen Krebsgesellschaft schätzen, dass die Kombination der Risikofaktoren aus Körpergewicht, körperliche Aktivität, Ernährung und das Trinken von Alkohol für knapp 20% der Krebserkrankungen und 16% der Krebstodesfälle in den USA verantwortlich sind. 

Die gute Nachricht:

Alle diese Risikofaktoren sind veränderbar durch individuelles Bewusstsein und Verhalten. Dabei ist der Stellenwert der körperlichen Aktivität hoch! So empfiehlt die Amerikanische Krebsgesellschaft für Erwachsene 150-300min moderate oder 75-150min hohe körperliche Aktivität pro Woche. Das Überschreiten der oberen Grenzen wird als optimal bezeichnet! Tun Sie sich etwas Gutes und fangen Sie noch heute damit an! Es lohnt sich! 

Medizinische Klinik II - Gastroenterologie, Hepatopankreatologie, Endokrinologie und Pneumologie